Eure Eltern / Erziehung

Dieses Thema im Forum "Diskussionen" wurde erstellt von 10gradminus, 17. Juli 2017.

  1. Admiss

    Marii

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    Top Poster des Monats

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    Dabei seit 20. März 2007
    Das ist schon mal gut, dass es etwas gibt was du gerne magst. Hoffe du kannst das Kennenlernen, die Zeit und das Essen genießen. Das wünsche ich dir auf jeden Fall. :)
     
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  2. Probezeit nicht bestanden

    juliemarie

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    25 Jahre alt
    Dabei seit 18. Juli 2017
    Danke, das ist lieb :) ich werde heute Abend mal berichten.
     
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  3. Member

    10gradminus

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    Dabei seit 16. Juli 2017
    @juliemarie@juliemarie manchmal hat es auch Vorteile, wenn dann jemand neues dabei ist. Denn eigentlich ist es ja eher auffällig, nicht mitzuessen. Ich drück dir die Daumen, du schaffst das :)
    Das ist irgendwie bitter, verharmlost die Situation so :( kommentieren die auch sowas?
     
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  4. Probezeit nicht bestanden

    juliemarie

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    25 Jahre alt
    Dabei seit 18. Juli 2017
    Hat ganz gut geklappt, zumindest bin ich nicht negativ aufgefallen *anbet*
    Nur der Vater meines Freundes meinte irgendwann "ich habs beobachtet, du hast nur ein Stück Flammkuchen gegessen, nimm dir noch was, das war etwas unangenehm. Hab dann noch zwei Stücke genommen und kam auch ganz gut damit zurecht. Nur heute dachte ich dann ich müsste das Essen gestern ausgleichen, quasi 1:0 für die Essstörung :18. blankstare:

    Ja stimmt aber meistens gebe ich die Vorlage. Wenn ich in die Situation komme, erklären zu müssen warum ich nicht esse, ist es für mich am einfachsten zu sagen, dass ich gerade eine strenge Diät mache oder was ähnliches. Die Kommentare die daraufhin kommen hab ich eigentlich schon satt :D
    Menschen die mich länger kennen und nichts von der Essstörung wissen, checken dann schon, dass ich nicht "gerade" eine Diät mache sondern auf Dauer-Diät bin, "Julia und ihre Diäten..." und so weiter.
    Wie machst du das denn, wenn jemand fragt warum du nichts möchtest?
     
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  5. Member

    10gradminus

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    Dabei seit 16. Juli 2017
    Schade :/ die zwei Stücke waren doch nicht viel.. Aber toll, dass du mitgegessen hast, ich finde, damit hast du dir den Applaus des Tages verdient :) <3


    ... Alles, aber nicht, dass ich eine Diät mache :D kann mir nur ausmalen, was für eine Diskussion dann folgen würde.
    Also manchmal schieb ich es auf Bauchschmerzen, gerade keinen Hunger, schon gegessen, schmeckt mir nicht, vertrage ich nicht,... Ich schätze, so die üblichen Sachen. Aber ich wechsele dann schnell das Thema und weiche den Fragen aus.
     
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  6. Probezeit nicht bestanden

    juliemarie

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    Dabei seit 18. Juli 2017
    Oooh danke *awww*
    War gestern auch ganz glücklich darüber, mein Freund auch, der weiß von der ES und ich hab das erste mal nach 5 Monaten Beziehung vor ihm gegessen :16. eek:

    Das ist echt furchtbar, ich mag es gar nicht zu lügen und bin so schlecht darin. Für mich ist es total unangenehm mich immer rausreden zu müssen :8. no:
    Die Diät-Ausrede zieht bei mir meistens ganz gut, da ich ja eher normalgewichtig bin, trotzdem muss ich dann dauernd Diskussionen darüber führen, wie doof Diäten doch sind, welche die beste ist und Jojo-Effekt hier und da... dabei tangiert mich das ja gar nicht :D werde auch total oft deswegen um Ratschläge zum Thema Ernährung gebeten.
    Stimmt, sage auch oft, dass ich leider schon totaaaal satt bin :D
     
  7. Member

    10gradminus

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    Dabei seit 16. Juli 2017
    @juliemarie@juliemarie wie ist eigentlich deine Wohnsituation?
    Und zum Thema Beziehung... wie geht denn dein Freund damit um? Bist du nicht auch mal über einen längeren Zeitraum mit ihm zusammen? Wie klappt das dann mit dem essen?
     
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  8. Probezeit nicht bestanden

    juliemarie

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    25 Jahre alt
    Dabei seit 18. Juli 2017
    Ich wohne in meiner eigenen Wohnung, allerdings im Haus meiner Eltern. Ich fand das lange ziemlich gut aber in letzter Zeit merke ich, dass ich ausziehen muss. Vor allem um gesund zu werden. Möchte in eine WG ziehen, ich weiß noch nicht genau ob ich der Typ dafür bin aber ich hab schon mal gern Menschen um mich und bin aufgeschlossen :D
    Wie wohnst du, wenn ich fragen darf?

    Ja doch, das sind wir. Ich esse in der Zeit nicht, ab und zu mal ein Eis, wenn ich sehr Lust drauf habe. Wenn wir essen gehen isst er alleine, ich trinke nur was.
    Wir waren gerade erst zwei Tage in Luzern, da ging es aber wenn es ein längerer Urlaub wäre, würde es tatsächlich schwierig werden. Er ist meistens traurig darüber, manchmal auch sauer.
    Ich will das jetzt aber unbedingt abstellen und hab mir vorgenommen, ihn nächste Woche zum Essen einzuladen!
     
  9. Member

    10gradminus

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    Dabei seit 16. Juli 2017
    Ich wohne alleine :)
    WG wäre gar nichts für mich,könnte mich nicht durchsetzen und brauche sehr viel Zeit für mich. Mit dem Essen ist es alleine natürlich schwierig, weil man sich so an sein Verhalten gewöhnt ohne noch einen normalen Maßstab neben sich zu haben.
    Ich hoffe, du schaffst das! Essen ist ja nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern eben auch ziemlich zentral im Sozialleben. Meine bisherigen Beziehungen haben sehr unter der ES gelitten, auch weil zum Beispiel der gemeinsame Urlaub durch mein Nichtessen wirklich kaputt gemacht wurde.
     
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  10. Probezeit nicht bestanden

    juliemarie

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    25 Jahre alt
    Dabei seit 18. Juli 2017
    Wenn man viel Zeit mit sich alleine benötigt, ist das Leben in einer WG natürlich nicht so gut geeignet. Bei mir ist es eher das Gegenteil der Fall, ich bin ungern alleine, fühl mich sehr unwohl in meiner Wohnung und bin deswegen kaum zuhause.

    Danke, sehr lieb von dir! Ja, ich muss sagen, dass ich deswegen immer am liebsten Single war, wollte nicht noch eine Person zusätzlich mit meinen Problemen belasten :(
    Bin in meiner jetzigen Beziehung sehr glücklich und es hilft mir auch in vielen Situationen aber eine Belastung ist es definitiv und benötigt viel Verständnis und Geduld von der anderen Person.
     
  11. Gast

    amarenaah

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    Ich bin von zu Hause ausgezogen als ich mit dem Studium angefangen hatte, bin jetzt im Studentenwohnheim, doch ich habe auch schon ein Semester zu Hause gewohnt. Was das Essen betrifft war das für mich ganz okay, da ich eh den ganzen Tag an der Uni war und durch einen unregelmässigen Stundenplan gut dem Essen aus dem Weg gehen konnte, wodurch ich dann abends mit der Familie ohne schlechten Gewissens essen konnte.

    Das Ausziehen hatte für mich vor allem den Vorteil, dass die WGs zentral in den Städten gelegen waren und ich dadurch viel einfacher etwas mit Freundinnen unternehmen konnte und abends weg konnte. Bei der WG muss man allerdings schon ein bisschen Glück haben, dass es von den Leuten her stimmt, hatte auch schon sehr komische Mitbewohner, wegen denen ich dann umgezogen bin. Wenn es aber von den Leuten her stimmt und man mit ihnen auch mal etwas unternimmt, ist das WG-Leben sehr bereichernd, ich bin mir sicher du würdest dich wohlfühlen :)
     
    Jana Monday gefällt das.
  12. Gast

    Bellona

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    Ich komme aus einer typischen Familie, bei der Essen/Süßes als Belohnungssystem benutzt wurde.
    Hast du gute Noten geschrieben ~ zack es gab ein tolles Dessert. Hast du dich schlecht gefühlt? Zack, Mama hat dein Lieblingsessen gezaubert. Wollte dein Papa zeigen wie sehr er dich lieb hat? Zack, da wurde halt nen XXL Paket Süßigkeiten verschickt.

    Auch bei uns drehte sich unser Familienleben hauptsächlich um den Esstisch. Dann kamen alle zusammen - meine Mama kam aus der Arbeit, mein Großvater und meine Großmutter saßen alle am Tisch. Einige der schönsten Kindheitserinnerungen habe ich rund ums Essen und den Familientisch erlebt. Daher verbinde ich mit Essen vor allem Trost, ein gutes Gefühl und das Zusammengehörigkeit. Früher war essen etwas, was man halt gemeinsam zu festen Zeiten gemacht hat.

    Und ich gehörte zu den Kindern, die ihren Teller immer leer essen mussten. Egal ob sie das Essen mochten oder nicht ~ und meistens gab es noch Nachschlag.

    Gesundes Essen ~ das war immer Nebensache. Es musste schön deftig sein. Typische Hausmannskost eben. Dementsprechend sind meine Eltern beide stark Übergewichtig ~ und meine SChwester und ich sind es jetzt auch.
     
  13. Gast

    Novalee

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    Also ich habe viele Jahre in einer WG gewohnt. Seine ES da zu verheimlichen ist fast nicht möglich. War zumindest bei mir so. Ich hatte aber auch das Problem das meine Mitbewohnerin selbst I wie belastet war. War ganz schön unschön. Man sollte meinen dass man dann vielleicht eher zusammenhält, aber so wars bei uns nicht. Sie hat mich blossgestellt und mich ständig fertig gemacht. Das war mir alles so unangenehm, dass ich zur ES Beratung bin nur damit sie mich in Ruhe lässt. Das waren die längsten vier Jahre meines lebens. Ich bin ganz froh gewesen dass ich mich distanzieren konnte mit eigenem Freundeskreis. Das Alleine wohnen genieße ich sehr. In den nächsten Monaten wird mein Freund zu mir ziehen. Da habe ich etwas angst vor. Wenn er da ist klappt es mit dem Essen gar nicht und brechen will ich dann auch nicht. Er solls nicht wissen. Er weiß dass ich unzufrieden bin mit meinem Körper Sport und Diät mache und damit scheint er klar zu kommen. Mehr soll er auch gar nicht wissen. Meine Familie hat nix mit meiner ES zu tun. Das ist ganz komisch ich bin sehr erfolgsorientiert und ehrgeizig. Meine Eltern haben mir das aber nie so abverlang. Versagen kann ich ganz schwer verkraften. Meine ältere Schwester ist auch so was Leistung angeht
     
  14. skinnycat42

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    Naja, in meiner Familie wurde gemeinsam zu Mittag und Abend gegessen. Es gab wenig Süßigkeiten, dafür aber einmal die Woche ein 'süßes' Mittagessen, wie z.B. Pfannkuchen mit Zucker. Meine Mutter hat immer viel Gemüse gekocht, aber es gab auch fast immer Fleisch und eine Beilage dazu, jedoch immer möglichst wenig Fett, da meine Mutter auf Dauer-Diät war.
    Sie ist etwas mollig, aber nicht übergewichtig, und redet häufig vom Abnehmen, treibt aber wenig Sport.
    Die Diäten meiner Mutter haben auf jeden Fall zu meiner ES beigetragen, da ich ein moppeliges Kind war und bei ihr ein negatives Körperbild vorgelebt bekam.

    Ich glaube auch, dass die gemeinsamen Mahlzeiten dazu beigetragen haben, da ich außerhalb dieser Zeiten wenig Kontakt zu Menschen (inklusive meiner Familie) hatte. Darüber habe ich mir allerdings noch nie Gedanken drüber gemacht, da ich auch als Kind schon häufig in meinem Zimmer gegessen habe und ich immer dachte, dass sich daraus meine ES entwickelt hat.
     
  15. Gast

    Muddi

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    Hallo,
    ich weiß nicht, ob ich hier willkommen bin, aber ich versuche es.
    Was hättet ihr euch von euren Eltern denn gewünscht? Hätten sie Euch vor der Krankheit beschützen können?

    Zum Hintergrund: ich bin Mutter einer fast 15jährigen Tochter, die sich in den letzten 4-5 Monat ca. 15kg runtergehungert hat. Sie war vorher leicht übergewichtigt, ist also noch im Normalgewicht-Bereich. Ich habe sie durchaus ermuntert etwas auf ihre Ernährung zu achten und sich vor Allem mehr zu bewegen. Ermahne sie nun aber permanent, dass Hungern nicht der richtige Weg zum Idealgewicht ist und dass sie zu schnell, zu viel und ungesund abnimmt. Nun hat sich mein Verdacht bestätigt, dass sie mit pro-Ana zumindest schon in Berührung gekommen ist. Es gibt unter der Woche das Abendbrot als feste gemeinsame Mahlzeit, wo sie auch eine Kleinigkeit essen muss. Mittag isst sie eigentlich in der Schule. Am Wochende wird oft auch ausgedehnt gefrühstückt und meistens mittags oder abends gekocht.

    Ihr hinterfragt hier die Erziehung eurer Eltern und in wie weit euch das weiter in die ES getrieben hat oder nicht.
    Gibt es für mich noch eine Chance mein Kind vor dieser Krankheit zu bewahren?
     
  16. Probezeit nicht bestanden

    Novalee

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    537
    46
    35
    32 Jahre alt
    Dabei seit 6. Februar 2018
    Also ich fand es immer sehr unangenehm auf mein essen und Gewicht angesprochen zu werden. Wenn ich an festen Mahlzeiten nicht vorbeikomme, plane ich schon die nächsten Tage um das i wie auszugleichen. Ich glaube mit Zwang ,hinweisen oder belehren kommt man nicht weit. Zumindest ist es bei mir so. Als Mutter muss es sehr hart sein, das zu ertragen.

    Bist du diejenige in der Familie die insgesamt die Familie mit Mahlzeiten versorgt ? Vielleicht versuchst du es mit deiner Tochter zusammen. Frag sie worauf sie Lust hat, nimm sie zum Einkauf mit und kocht zusammen. Sei offen für ihre Vorschläge. Für mich wäre sowas akzeptable.

    Ich muss allerdings auch sagen, dass ich die Gründe meiner ES nicht bei meinen Eltern sehe. Ich bin eher von Freunden konfrontiert oder kontrolliert worden.
     
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  17. Gast

    Muddi

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    Ja bin ich, allerdings nur wenn die Kinder bei mir sind. Ich lebe vom Vater getrennt und wir haben etwa ein 50/50 Modell, d.h. die Hälfte der Zeit hab ich keinen Einfluss darauf.
    Ich spreche aber immer mit beiden Kinder, aber vor Allem mit ihr, da sie ja die Große ist, darüber, was wir essen/kochen wollen. Sie isst eigentlich gerne und mit Genuss, hat bisher auch gerne mal selber gekocht oder gebacken. Aber halt auch gerne genascht. Ich wollte halt, dass sie sich gesund ernährt und mache mir jetzt Vorwürfe, sie selber Ana (sie sieht sie selber als Freundin) in die Arme getrieben zu haben.

    Ja, es ist unmöglich zu ertragen. Noch ist sie normalgewichtig, aber als ich sie auf Ana angesprochen habe, wusste sie sofort was ich meine und hat sich nun auch zu ihr bekannt. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis es gefährlich wird. Und ich möchte gerne so früh wie möglich helfen, verhindern, dass sie tiefer in die ES rutscht. Sie will meine Hilfe nicht und auch keine andere. Sie ist schon seit gut 11/2 Jahren in Therapie, weil sie sich ritzt, hat mich aber gebeten bei der Therapeutin das Thema Ana nicht anzusprechen.
    Ich bin verzweifelt. Ich habe den Eindruck es hier auf dieser Seite mit erwachsenen Frauen zu tun haben, die sich ernsthaft und reflektiert mit ihrer Krankheit auseinandersetzen und durchaus kritisch gegenüber der Pro-Ana-Bewegung sind, die Kinder in ihre Fänge lockt, um sie verhungern zu lassen. (Sorry, dass ich gerade zum Mittel der Personifizierung greife, aber akut hilft mir das Feindbild)
    Darum hoffe ich auf Eure Hilfe. Was kann ich als Mutter tun? Ich kann doch nicht einfach zusehen?
     
  18. Probezeit nicht bestanden

    Novalee

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    32 Jahre alt
    Dabei seit 6. Februar 2018
    Es ist schwierig dir etwas zu raten, da ich ja nur das nennen kann, was ich im Bezug auf mich selbst denken würde.

    Das deine Tochter bereits therapeutisch angebunden ist, ist ja schonmal eine gute Sache. Wie ist den die Beziehung zum Therapeuten ? Geht deine Tochter dort gerne hin ? Merkt sie, dass ihr das hilft ? Was erzählt sie von der Therapie ?

    Was erzählt deine Tochter von ihrem Leben ? Redet ihr über Dinge die sie belasten ?
     
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  19. Gast

    Muddi

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    Ja sie geht gerne dorthin, spricht aber dort offensichtlich nicht alles an, was sie so beschäftigt, bzw. dann sind auch immer wieder andere Themen, die im Vordergrund stehen. Wenn ich nachfrage, sagt sie mir, dass es ihr wichtig ist, jemanden zum Reden zu haben. Was sie dort bespricht, erzählt sie mir natürlich nicht und das respektiere ich auch. Ihre grundsätzliche Einstellung sowohl zum Ritzen, als dann jetzt vermutlich auch zu Ana, ändert das aber leider nicht. Sie will das auch gar nicht ändern. Das sind ihre Freunde bzw. das ist ihre Identität.

    Mit mir spricht sie über vieles, aber sicher nicht über alles. Ich weiß wofür sie sich interessiert und was sie begeistert. Ich habe auch eine Vorstellung davon was sie bedrückt: Unsere Trennung, der Verlust ihrer Großeltern, Liebeskummer, schulischer Druck, Angst vorm Erwachsen werden sind schon ein gewaltiges Paket. Ich bin allerdings auch eher lösungsorientiert, d.h. wenn sie mit Problemen zu mir kommt, nehme ich sie ernst und suche nach Wegen, wie man sie lösen kann. Das ist vermutlich nicht immer das was sie will, ich tue mich aber ehrlich gesagt schwer damit Dinge einfach hinzunehmen und zu sagen: "Alles ist Mist, mein Leben ist schrecklich und das wird jetzt immer so bleiben." Bzw. diese Denkweise zu verstehen und zu akzeptieren.

    Diese komplette Identifikation und Selbstdarstellung über die eigenen psychischen Krankheiten ist mir so fremd.
    Ich habe echt Angst um sie. Ich habe das Gefühl ich muss reagieren, muss irgendwas machen.
    Oder sollte ich ihren Wunsch respektieren? Mich still verhalten und zusehen? Warten bis sie sich soweit runtergehungert hat, dass die ES offensichtlich wird?
     
  20. Probezeit nicht bestanden

    Novalee

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    537
    46
    35
    32 Jahre alt
    Dabei seit 6. Februar 2018
    Es tut mir wirklich leid für dich. Ich merke, dass es wirklich schwer für dich ist. Ich finde es gut, dass du es akzeptierst, dass sie dir nicht alles erzählen mag. Ich glaube wenn mich jemand zu sehr drängen würde, würde ich zu machen.

    Ich finde nicht das du untätig daneben stehst. Das du dein Vorgehen reflektierst und schaust was du tun kannst beweist das.

    Ich denke einfach da zu sein und das Essen nicht so in den Fokus zu stellen, andere Dinge zu fördern die ihr gerne zusammen macht, könnten vielleicht helfen.

    Eine Essstörung zu haben ist auch mit Scharm verbunden. Zumindest ist das bei mir so. Ich würde mich aus Scharm zurückziehen, wenn ich direkt damit konfrontiert werde. Und das wäre kontraproduktiv. Auch würde ich mir schreckliche Vorwürfe machen, dass es anderen wegen mir schlecht geht. Das würde mich darin bestätigen, dass ich nicht gut genug bin (dieses Gefühl begleitet meine ES immer zu).

    Du sagst bislang ist ihr Gewicht im Normalbereich. Ich denke, wenn du das im Auge behälst, tust du das was dir möglich ist. Natürlich hast du Angst, dass sie es weiter treibt. Wenn du ihr ganz ohne drängen und zwang vermittelst, dass du für sie da bist, egal um was es geht, wäre das vermutlich ein guter Weg. So würde ich es mir zumindest für mich

    Es gibt auch Anlaufstellen für Familienangehörige. Ich glaube sowas würde für dich sinnhaft sein. Dort kann man dir vermutlich besser helfen oder dir was an die Hand geben als ich das je könnte. Hast du dich da mal erkundigt ? Was sagt der Vater zu deinen Sorgen ? Wie nimmt er eure Tochter war ?
     
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