Klischees über Essgestörte

Dieses Thema im Forum "Diskussionen" wurde erstellt von Leila, 15. November 2014.

  1. Gast

    MissX

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    Magersucht nicht ernst genommen

    Hallo,

    Ich bin neu hier und wollte gerne mal erzählen, was zu mir neulich gesagt wurde. Es ist zwar nicht wirklich ein Klischee, aber es zeigt, dass Magersucht oder Essstörungen im allgemeinen oft nicht ernst genommen werden. Neulich habe ich kurz mit meiner Mama über die schlimmste Zeit meiner ES gesprochen und sie meinte nur so: "Du hast doch nur das Essen verweigert, um Aufmerksamkeit von Frau....zu bekommen. ". Die besagte Frau war meine Lehrerin und eibe Vertrauensperson zu dieser Zeit. Das hat mir einfach gezeigt, dass viele Menschen eine ES als harmlos ansehen und sie nicht richtig ernst nehmen. :/

    Lg, MissX
     
  2. Probezeit nicht bestanden

    whiteFee

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    24 Jahre alt
    Dabei seit 11. August 2015
    Hey MissX, hoffe du bist noch da und liest das hier, sonst war es eben vergebene Mühe. :)
    Also ich finde dein Beispiel echt gut. Es ist schon ein Klischee, zu sagen, dass Magersüchtige nur Aufmerksamkeit wollen. Genauso wie die Aussage, Leute, die mit Suizid drohen oder sich verletzten wollen nur Aufmerksamkeit. Und persönlich denke ich auch, dass selbst wenn es so ist, das auch ein Zeichen für innere Zerrissenheit ist, wenn ein Mensch sich so sehr nach Liebe sehnt, dass er seine Angst nur durch diese Art ausdrücken kann.

    LG
     
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  3. Gast

    BlackSun

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    Es steckt schon ein Fünktchen Wahrheit in dem Klischee, dass essgestörte Personen sehr viel Liebe brauchen, die sie in der Kindheit wohl nicht hatten.
    Aber das ist nicht die Lösung der Lösungen.
    MissX , magst du uns denn sagen, was der Auslöser war?

    WhiteFee, ich finde es übrigens sehr nett, wie du dir Gedanken über Andere machst <3
    (Aber vergiss dich dabei nicht ;) )
     
  4. Gast

    Kardesh

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    Das ist wahrscheinlich ein Knackpunkt. Essgestörte macht sie nun nicht einfach mal essgestört, weil sie sich denken: "Jetzt wolle'ma aber mal abnehmen, sind 'a bissl zu dick g'worden!" Nein! So denken höchstens die Pro Ana's über diesen wunden Punkt und verherrlichen somit die Essstörung; verwenden sie zu ihrem eigenen Zweck. Doch - ich sage mal - bei Essgestörten, bei denen es sich tatsächlich um eine psychische Krankheit handelt, spielen auch oft Faktoren mit, wie:
    • In der Kindheit und/oder Heutzutage zu wenig Liebe abbekommen?
    • Läuft in der Schule/Uni/Arbeit/Ausbildung alles wirklich okay?
    • Fühlt man sich im Freundeskreis/in der Familie/bei Kollegen integriert?
    • Hat man eine gute Beschäftigung in der Freizeit oder ist Leere eher der Fall?
    • Werden meine zwischenmenschlichen, sozialen oder weiteren Bedürfnisse erfüllt?
    • ...Bin ich zufrieden mit meinem Leben?
    Wenn man - und das kenne ich nun zum Beispiel von mir - viel Langweile hat und mit innerer Leere zu kämpfen hat, es im Jobleben überhaupt nicht läuft, man es schwer hat soziale Kontakte zu knüpfen, Freunde nicht so immer für einen da sind, man die Familie vermisst, man schon viel allein "leiden" durfte und in seinem Leben und sich ansonstige Abgründe in ihrer ganzen Untiefe auftuen... Da denkt man dann, wenn in der Psyche etwas nicht ganz sauber mitspielt, dass man vielleicht auch noch da und da etwas zu dick ist. Bei mir geht das leicht. Zum Beispiel.
    Aber ich schweife ab. Entschuldigung. Das musste ich dazu sagen, denn DAS alles KANN eine Essstörung auch entfachen. Und da geht es nicht darum, Klischees zu entsprechen oder nicht. Viele Leute könnten sich niemals selber zusammenfassen, was eine Essstörung wirklich ausmacht. Die oben genannten Punkte dienen der Anschauung. Und jetzt die Frage: Du, Mensch, der keine Essstörung hat und relativ naiv ist...! Glaubst du echt, dass Magersüchtige alle klapperdürr sidn und ein Fell im Gesicht und Mädchen mit Bulimie alle einen wunden Mund und gelbe Finger und Zähne haben? Nur so als Beispiel... Manche vielleicht. Aber alle?! Es sind halt eben Klischees.

    whiteFee hat das sehr schön geschrieben, finde ich. (Und um einiges kürzer!*hihi*)
     
  5. Gast

    Kardesh

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    Ach du liebes bisschen? Was ist denn nun passiert? Einmal auf Antwort erstellen und schon ist die Antwort zweimal mal da... Entschuldigung. Kann man das "reparieren"? :)
     
  6. Modmiss

    Marii

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    Top Poster des Monats

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    Dabei seit 20. März 2007
    Kein Problem, passiert mir auch öfters @Kardesh@Kardesh. Habe deinen Doppelpost nun gelöscht. :)

    In solchen Fällen einfach den Beitrag melden oder mich markieren. :)
     
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  7. Member

    Eowyn

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    Dabei seit 12. April 2010
    Guter Punkt. Ich selbst bin seit über 30 Jahren essgestört und niemad ausser meine Ärztin, mein Therapeut und mein Mann wissen davon. Meinem Mann habe ich es vor ein paar Jahren im Zuge einer Therapie gebeichtet. Wir lebten zu dem Zeitpunkt bereits 12 Jahre zusammen - er ist aus allen Wolken gefallen!
     
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  8. Gast

    Kardesh

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    @Marii@Marii: Och, danke! Jetzt bin ich gerettet worden. Sehr lieb! Ich war kurz echt verblüfft über mein versehentliches Spammen... <3

    Okay, das war sicher schon hart für ihn, wie eh für Angehörige, denen wir wichtig sind/denen du wichtig bist. Aber ist ja super, dass du solch einen Schritt gehen konntest! Das wollte ich nur mal sagen!
    Er hat die Anzeichen also vorher nicht bemerkt...? Gab es sozusagen gar nichts klischeehaftes, an dem er deine Essstörung erkennen könnte?
     
  9. Member

    Eowyn

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    Dabei seit 12. April 2010
    Da ich kein extremes UG habe, ich mich phasenweise sehr bewusst und gesund ernähre und dazu noch viele Lebensmittelallergien habe kann ich mein Essverhalten gut kaschieren. Zudem bin ich eine Meisterin des Untergrundes, sprich FAs + Co. werden so "zelebriert" dass es keiner mitbekommt. Grössere Gewichtsschwankungen gehen zu Lasten meiner Schilddrüsenerkrankung.
     
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  10. Gast

    Kardesh

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    Allerdings. In der Tat ein gutes Versteck oder mehrere... Bei mir ist das ähnlich.
     
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