Why fat girls annoy me

Dieses Thema im Forum "Diskussionen" wurde erstellt von Jana Monday, 31. Juli 2017.

  1. Member

    Jana Monday

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    22 Jahre alt
    Dabei seit 7. Oktober 2016
    Sorry Leute, ich will den Titel nicht ändern, weil er der Grund ist aus dem ich dieses Video überhaupt erst angeklickt habe. Ich verspreche, dass es nicht negativ triggernd ist (sonst würde ich es hier nicht posten)
     
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  2. Member

    10gradminus

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    Dabei seit 16. Juli 2017
    Die ist ja süß <3 aber ihre Worte kann sich jeder zu Herzen nehmen, ganz unabhängig von der Figur.
    Muss aber gestehen, dass ich mich schon manchmal frage, warum extrem Übergewichtige sich oft keine Hilfe suchen. Wahrscheinlich Scham? Denn die gesundheitlichen Folgen sind katastrophal, eine Freundin meiner Mutter ist vor einem halben Jahr an multiplem Organversagen gestorben, ihr Gewicht war die Ursache. Das ist natürlich ein extremes Beispiel, aber ich finde es sowieso schlecht, dass so wenig präventiv getan wird und die Gesundheit erst am seidenen Faden hängen muss, bis jemand reagiert.
    Wenn es aber nur ums Aussehen geht: diese total fanatischen Fettverachter habe ich noch nie verstanden. Wirkt auf mich viel abschreckender, als ein paar (oder ein paar mehr) Kilo zu viel.
     
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  3. Member

    Juni

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    Dabei seit 5. Juni 2010
    Schöne Worte. Ich denke jeder kann sich da mal an die eigene Nase packen und aktiv daran arbeiten keine verurteilende Gedanken gegenüber anderen zu haben. Ich muss mir auch des öfteren mental einen Klaps geben, wenn ich in Vorurteile abdrifte. Jetzt nicht unbedingt auf das Gewicht von anderen bezogen - da gibt es ja noch andere Schubladen.

    Was glaubst du denn wie effektive Hilfe aussehen könnte?
     
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  4. Member

    10gradminus

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    Dabei seit 16. Juli 2017
    Hmh, das finde ich schwierig zu beantworten, eine pauschale Antwort gibt es da glaube ich nicht. Auf jeden Fall müssen Auslöser und aufrecht erhaltende Faktoren erkannt werden. Und auch, ob die Person überhaupt etwas ändern will, wer zufrieden mit ÜG ist, muss sich ja nicht verbiegen.
    Aber ich denke, wenn dadurch ein Problem entsteht (sei es eine Krankheit oder Unzufriedenheit) sollte die Möglichkeit bestehen, Ernährungsberatung, Gesprächstherapie oder eben auch einen stationären Aufenthalt in Anspruch zu nehmen.
     
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  5. Gast

    eliza

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    Ich denke da auch öfter drüber nach. Meine beiden Eltern sind stark übergewichtig. Mein Vater hat Diabetes deswegen bekommen und hatte vor kurzem einen Infarkt, der ihn quasi die Sehkraft auf einem Auge gekostet hat. Beschweren tut er sich ständig, aber ändern will er nichts.
    Bei meiner Mutter ist es noch viel schlimmer anzugucken. Sie hat meiner Meinung nach eine extreme Essstörung. Sie isst normal, aber hat Fressanfälle, wann immer keiner da ist. Sie schämt sich sehr für ihr Gewicht und ihr Aussehen und leidet wahnsinnig drunter. Und ist auch noch der Meinung, dass sie an allem Schuld ist. Ich habe mal vorsichtig versucht ihr eine Therapie nahe zu legen, aber auch das weißt sie von sich.
    Was die Gesellschaft wahrscheinlich verkennt ist was für eine große Rolle der Faktor "Scham" spielt. Und die Denkmuster sind ganz ähnlich, wenn nicht teilweise auch dieselben wie bei "dünnen" Essstörungen.
     
  6. Member

    Jana Monday

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    22 Jahre alt
    Dabei seit 7. Oktober 2016
    Dazu kann ich nur sagen: Sehr untergewichtige Leute suchen sich ja auch nicht zwangsläufig Hilfe. Ist das dann nicht fragwürdig ?
     
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  7. Member

    10gradminus

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    Doch, klar. Hatte nur nicht den Bezug zum Titel, deshalb hatte ich das nicht explizit geschrieben. Liegt vielleicht auch daran, dass mir der Tod dieser bekannten schon sehr nahe ging und ich mich so oft gefragt habe, warum sowas passiert. Wobei es natürlich immer schwierig ist, das hinterher erst zu fragen.
     
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  8. Member

    Juni

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    Dabei seit 5. Juni 2010
    Das krankhafte Essen ist eine Ersatzhandlung. Es gibt den Betroffen etwas, von dem sie sich nicht so leicht lösen können. Das aufzugeben fällt schwer - besonders wenn man keinen anderen Ausgleich sieht und das Essen als das einzig schöne und angenehme wahrgenommen wird. Indirekt denken Betroffen, dass sie sich etwas gutes tun, auch wenn ihnen natürlich bewusst ist, dass das Gegenteil der Fall ist.
    Es ist ungeheuer schwierig da rauszukommen und die Augen nicht vor der eigenen Situation zu verschließen und das Problem zu ignorieren. Hilfe von aussen ist selten effektiv, da die Person den eigenen Alltag selbst ändern muss und das muss man erstmal wollen und können, wenn man in diesem Teufelskreis gefangen ist. Denn es ist vermeintlich viel einfach so weiter zu machen.

    Hilfe bedeutet nicht zu erklären wie man sich gesund ernährt. Die meisten Überwichtigen wissen sehr genau woran das liegt und wie sie sich eigentlich ernähren sollten. Kuraufenthalte können nicht beeinflussen wie eine Person nach der Kur isst.

    Also mir persönlich haben Klinikaufenthalte und Therapien noch nie etwas gebracht. Wie den meisten hier.

    Das könnte andersherum auch passieren. Nehmen wir mal an du würdest infolge deines Untergewichts sterben. Dann gäbe es sicher auch eine Freundin, die sich ähnliches fragen würde.
    Die Antworten bei Über- und Untergewicht werden vermutlich sehr ähnlich ausfallen.

    Ich persönlich bin überzeugt davon, dass man sich letztendlich nur selbst aus der Essstörung helfen kann. Dazu gehört selbstverständlich auch sich bewusst (!) Hilfe zu suchen, wenn man denkt diese in bestimmten Aspekten zu benötigen. Sich aber in die Hände irgendwelcher Kliniken zu begeben und zu erwarten dass diese einen "reparieren", halte ich für Zeitverschwendung.
     
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  9. Member

    10gradminus

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    Mir hat beides viel gebracht (auch wenn es zur Zeit nicht so rosig aussieht), aber das ist sicher sehr individuell und hängt auch von vielen Faktoren ab.

    Sehe ich genauso!
    Ja, auch das ist richtig. Man kann nicht auf Heilung warten, wenn man selbst nichts tut. Ich würde Klinik auch eher als geschützten Rahmen für den Anfang betrachten. Und dass das ohne Eigeninitiative nicht funktionieren wird ist klar, sonst fällt man zu Hause sofort in alte Verhaltensmsuter.
     
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  10. Member

    Juni

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    Dabei seit 5. Juni 2010
    Das stimmt. Ich will das nicht allgemein verteufeln. Für mich ganz individuell muss ich zu diesem Zeitpunkt sagen, dass das nicht der richtige Weg für mich ist. Was ja nicht bedeutet, dass für andere das Gegenteil der Fall ist. Nur sollte man sich keinen Illusionen hingeben und das als Wunderlösung betrachten. Letztendlich hängt alles vom eigenen Wirken und Entwicklungsprozess ab.

    Der Klinikalltag kann einen sicher aus festgefahrenen Mustern herausreißen, aus denen man eigenhändig nicht mehr ausbrechen kann.

    Allgemein ist es letztendlich eine Resignation und Untätigkeit die es zu besiegen geht. Jeder der den Willen hat gesund zu werden und es täglich aufs Neue versucht, hat gute Chancen es irgendwann zu schaffen. (Hoffe ich zumindest - gerade auch auf mich selbst bezogen.)
     
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