Du und magersüchtig? Dafür wiegst du doch zuviel!

Dieses Thema im Forum "Diskussionen" wurde erstellt von crimson.butterfly, 20. Dezember 2010.

  1. Gast

    Serpentina

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    Das wäre dann also sozusagen als Prävention. Probleme auskotzen, bevor sie überhaupt da sind. Eine Grenze auf diesem Weg ziehen, weil man keinen anderen kennt.
     
  2. ehemaliges Mitglied

    crimson.butterfly

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    Dabei seit 12. Oktober 2009
    Word.


    Genauso ist es im Grunde bei mir.

    Und wenn dann die Probleme auftreten verfalle ich ins Dauerkotzen..
     
  3. Gast

    Feeshion

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    Ich finde, du hast völlig Recht!
    Muss man denn erst so dünn und abgemagert sein, dass es schon lebensgefährlich ist, bevor man Hilfe bekommt?
    Heutzutage muss immer erst etwas passieren, bis Taten folgen. Anstatt, dass man vorbeugt und die Menschen aufklärt, damit sowas gar nicht erst passiert. Es ist schade, dass die Leute das nicht erkennen.

    Wer weiß, vielleicht wird sich das bald ändern, wenn das mit dem Magerwahn so weitergeht.
     
  4. ehemaliges Mitglied

    Lilienne

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    Dabei seit 20. Dezember 2010
    Das mit dem Magerwahn ist aber zum großen Teil auch das Problem: dadurch werden wir doch alle in eine Schublade gesteckt. Und die Schuld wird auf den Magerwahn geschoben.
     
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  5. Member

    Nariam

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    397
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    34 Jahre alt
    Dabei seit 28. Januar 2011
    That's it! Wäre ja auch viel zu kompliziert, mal auf die Idee zu kommen, ES könnten auch andere Gründe haben *rolleyes* Mit der Begründung ist das viel einfacher und leichter sich das Maul zu zerreißen.
     
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  6. ehemaliges Mitglied

    Lilienne

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    Dabei seit 20. Dezember 2010
    Meine Mutter meinte gerade zu mir:

    "Noch 1kg weniger und du siehst aus wie ne Magersüchtige" *confused*
    Noch 1kg? Hää?
    Als ob ein 1kg mehr jetzt ausmacht, ob ich magersüchtig bin oder nicht. So ein dummer Spruch.

    Rege mich gerade so auf und da dachte ich, das passt hier rein.

    Hab sie gefragt was ich denn jetzt bin mit dem 1kg mehr. Ihre Antwort: "Naja, fast magersüchtig."
    Muss man nicht verstehen oder?*ballaballa*
     
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  7. Gast

    Zicke

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    Es ist echt grausam wenn Menschen denken man könnte Essstörungen am Gewicht erkennen.
    Als ich meinem Freund gesagt hab was bei mir los ist hat er ähnlich reagiert, ich hab ihm alles erklärt, er versteht es jetzt und vorallem versucht er mich aufzufangen wenns mal wieder richtig heftig wird.
     
  8. ehemaliges Mitglied

    Lilienne

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    Dabei seit 20. Dezember 2010
    Wow, da hast du aber echt einen tollen Kerl erwischt :)
     
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  9. Gast

    Zicke

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    Ohaj darüber bin ich auch überglücklich :)
    Hin und wieder gibts zwar ein bisschen Streß des Essens wegen aber im großen und ganzen läuft es super. :)
     
  10. Gast

    Feeshion

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    Das ist bei mir auch so.
    Der Text spricht einem wirklich aus der Seele.
    Einmal, da ging es mir wegen der Magersucht so schlecht, dass ich mich überwunden habe,
    ehrlicher zu meinem Therapeuten zu sein.
    Aber da ich noch im normalen Bereich bin, hat er das nicht ernst genommen und will von mir
    jetzt sogar Ernährungstipps und all sowas bekommen.
    Ich sollte seinen BMI berechnen und meine Mutter ist da genauso.
    Manchmal wird man beneidet um die "Disziplin", die man hat. Aber für mich war es nur am
    Anfang Disziplin. Jetzt ist es so, dass ich süchtig danach bin, weniger zu essen. Es geht noch
    nicht einmal nur darum, dünn an sich zu sein.
    Mit jedem Kilogramm, dass man weniger auf den Hüften hat, verliert man auch einen Kilogramm Schmerz
    und Selbsthass.

    Liege Grüße,
    Feeshion
     
  11. ehemaliges Mitglied

    Lilienne

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    Dabei seit 20. Dezember 2010
    Von deinem THERAPEUTEN? *what?*
    Also mal abgesehen, dass das einfach mal unprofessionell ist müsste er das doch selber können. Gott, sowas dürfte nicht als Therapeut arbeiten.

    Danke, für diesen Satz. Ich konnte es nie so direkt ausdrücken.
     
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  12. Gast

    Dragonfly

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    Ich stimme da voll und ganz überein. Es ist echt schade, dass einige sog. Ärzte oder medizinische Fachkräfte derart inkompetent sind.
    Oder vielleicht war er auch einfach nur überfordert mit der Gesamtsituation???
     
  13. Gast

    Samiar

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    Das gibt es doch nicht..

    Ich lese das hier grad. Das gibt es doch nicht. Warum sind Menschen so? Ist das wirklich Unwissen? Ich glaube ja, aber auch respektlos. Da muss doch "Neid" mitspielen, wenn man Diät-Tipps einer Magersüchtigen möchte. Und Neid ist nicht die Tugend, die ein Therapeut an den Tag legen sollte. Unglaublich!! Mir fehlen die Worte.

    Zum Thema "..dafür bist du zu dick". Auch das ist unglaublich. Was man sieht ist im Zweifel nur die Spitze vom Eisberg. Was drinnen passiert, im Kopf, das ist schlimm und das kann niemand von außen erkennen, egal mit welchem Gewicht!
     
  14. Gast

    SAMIRA

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    Sorry..

    ..irgendwie habe ich einen Dreher bei meinem Nickname: Samira meinte ich :)
     
  15. Gast

    Painless

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    Das kommt mir auch sehr bekannt vor.... :( Ich fühle mich so oft überfordert mit allem, weil ich denke, dass jeder nur will, dass ich gebe, da bin, meine Arbeit leiste. Alle verlangen etwas von mir und das wird mir zu viel. Wenn man dann krank aussieht hört es plötzlich auf und ich glaube, dass dieser Punkt bei einigen von uns wirklich ein gewisser Antrieb ist. Dadurch wird es dann nochmal schwerer, wieder auf den Weg der Genesung zu finden.

    Ich bin jetzt seit 2-3 jahren essgestört, magersüchtig. Ich habe anfangs mal einer damaligen "Freundin" davon erzählt und sie meinte auch nur "Was, du siehst aber gar nicht magersüchtig aus". o.O
    Ich war so enttäuscht und niedergeschlagen, dass ich seitdem niemandem (bis auf meinen jetzigen Freund) etwas davon erzählt habe. Die Menschen wissen nicht (oder wollen es nicht wissen), dass Essstörungen im KOPF beginnen, psychische Krankheiten sind, deren sichtbaren Symptome eben oftmals erst später auftreten. Ich bin noch immer nicht "sichtbar magersüchtig", aber auch nur, weil der Krankheitsverlauf eben nicht so extrem schnell geht. Sicher verliert man an Gewicht und das fällt auch anderen (meist positiv) auf. Aber so lange man noch nicht "dünn genug" ist, wird es kaum einer ernst nehmen, wenn ich sage, dass ich magersüchtig bin.
     
  16. Member

    Nariam

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    34 Jahre alt
    Dabei seit 28. Januar 2011
    Um ehrlich zu sein wundert es mich etwas, dass du erst seit 3 Jahren magersüchtig bist, du keine äußerlichen Anzeichen zeigst, aber trotzdem schon zu Beginn der ES einer Freundin davon erzählt hast.
    Ich wäre zu Beginn meiner ES nie im Leben auf die Idee gekommen das jemandem zu sagen, erst nach 5 Jahren hab ich mich getraut und das auch nur, weil ich den schönen Schein nach außen hin nicht wahren konnte und ich psychisch total am Ende war. Und meiner Erfahrung nach sind die meisten ESler erst nach einiger Zeit bereit sich zu offenbaren, da man sich lange Zeit zu sehr für sein gestörtes Verhalten schämt.
    Wie kam es dazu dass du der Freundin das gesagt hast?

    Das soll jetzt kein Angriff sein, ich bin nur etwas verwundert, weil ich mir das nicht so recht vorstellen kann ;)
     
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  17. Gast

    Painless

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    Naja mit "zu Beginn habe ich ihr davon erzählt" meine ich eben auch, dass es zu dem Zeitpunkt für mich erst langsam klar war, was da mit mir passiert. Das war ca nach dem ersten Jahr. Ich habe es ihr damals erzählt, weil ich Angst hatte und sie auch meinte, dass sie sich Sorgen macht und ich ja über alles mit ihr reden könnte und ich ja toll abgenommen hätte, was los wäre und wie ich mich darüber nich freuen könnte und so ein Rotz. Tja, dann habe ich ihr eben gesagt, dass ich GLAUBE, essgestört zu sein. Und dann kam ihre Reaktion.. :(

    Ich hoffe, dass ihr jetzt nicht denkt, dass ich euch nur glauben machen möchte, dass ich ja evtl. essgestört bin. Denn das ist absoluter Blödsinn.

    Ich denke allerdings, dass die Essstörung bei jedem anders und doch ähnlich verläuft. Nur habe ich gelernt, dass auch die "Abnehmphase" sich unterschiedlich lang ziehen kann. Bei mir war es zb. sehr oft so, dass ich abgenommen habe, mir dann aber eingeredet habe, dass alles ok mit mir ist und ich auch normal essen kann (ich kam anfangs selbst nicht mit meinem Verhaltensmuster klar). Dann habe ich, um mir das zu beweisen, unglaubliche Mengen in mich reingestopft. Natürlich war auch das kein normales Essverhalten. Naja es hat lange gedauert, bis ich mir eingestehen musste, dass ich krank bin und eben NICHT normal essen KANN. Ich habe in den letzten Jahren versucht herauszufinden was genau los ist und ich habe, sagen wir zu Ende letzten Jahres, für mich entschieden, dass ich ich diese Krankheit akzeptieren muss. Seitdem habe ich langsam, aber stetig an Gewicht verloren. Ich habe die Krankheit akzeptiert und gelernt, dass abwechselndes Hungern und Fressen mir da nicht raushelfen.

    es ist schwer zu erklären, aber ich hoffe, dass du verstehst wie ich das meine und jetzt nicht denkst, dass ich eine dieser "Wannabes" bin, denn das wäre schon ziemlich verletzend -.-

    Wie gesagt, ich hoffe du weißt wie ich das meine^^

    Liebe Grüße
     
  18. Gast

    Painless

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    Zu Beginn dieses Jahres meinte ich^^ Ach ich bin ein Dussel
     
  19. Gast

    Painless

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    Was ich noch schnell ergänzen wollte ist die Tatsache, dass ich mich ja nicht selbst diagnostiziert habe ^^ Ich habe lt. meinen bisherigen Ärzten eine Essstörung. Der erste meinte, dass ich eindeutig magersüchtig sei, der neue nennt es eine Mischform aus Magersucht und Bulimie (obwohl ich ja zum Glück "erst" 5x gefressen UND gekotzt habe und momentan versuche, dagegen anzukämpfen). Vielleicht meinte er auch EDNOS, denn eine sehr gute Bekannte von mir ist seit über 5 Jahren in Behandlund (anorektisch und bulimisch) und sie erklärte mir, dass es in Kliniken nur diese Mischform gäbe und sowas wie EDNOS dort nicht existierte... Alles ziemlich verwirrend, weil jeder einem was anderes erzählt. Ich weiß nur, dass ich ein gestörtes Essverhalten habe, ob nun Anorexie oder EDNOS.

    ;) Wollte das nur noch ergänzend dazu sagen


    Liebste Grüße und einen schönen Abend wünscht Euch

    Painless
     
  20. ehemaliges Mitglied

    Lynn

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    Dabei seit 17. April 2011
    Ich habe in den letzten paar Monaten ziemlich viel abgenommen und mittlerweile kann man das auch sehen. In letzter Zeit werde ich ständig darauf angesprochen, trotzdem ist mir das unheimlich unangenehm, denn freuen kann ich mich nicht darüber.
    Ich habe Angst vor den Fragen, wie ich das geschafft habe. Wie viel ich esse und was. Ich will nicht darüber reden und ich will auch keinem über meine ES erzählen. Momentan sieht mir die Außenwelt meine ES noch nicht an.
    Meiner Meinung würde es zwei klassische Reaktionen geben:

    Reaktion Nr. 1: Entsetzen. Darüber dass der andere eine Essstörung hat womöglich magersüchtig ist oder auf dem Weg dahin. Dann würen Therapievorschläge kommen. Vorschläge über Essen etc. Der Gegenüber will eine Verbesserung herbeiführen. Eine solche Vorstellung finde ich schrecklich, aber nicht weniger wie
    Reaktion Nr. 2: Unglaubwürdigkeit. Die Reaktion die im Thread thematisiert wurde. Nach dem Motto, du wiegst zu viel, eine ES hat man nur dann, wenn man untergewichtig ist und auch so aussieht.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht was besser ist, ich weiß nur das ich aus diesem Grund in meiner momentanen Situation nie jemanden davon erzählen werde. Vielleicht muss ich irgendwann, dann mache ich mir aber darüber erst Gedanken wenn es soweit ist.
     
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