Hallo ihr lieben. Ist euch das auch schon mal wiederfahren? Ihr habt eurer Bezugsperson, ob das jetzt Eltern, Geschwister oder Freunde sind, ist ja egal, von eurer ist ES erzählt. Ihre Reaktion war durchaus höflich, keine Vorwürfe, Ermahnungen, unnötige Tipps usw. Ich war sehr froh, jemanden zum Reden zu haben. Meine Bezugsperson hat mir ein offenes Ohr geschenkt und zum Schluss des Gesprächs hat sie mich gebeten sich selbst einer Person anzuvertrauen, fand ich vollkommen in Ordnung, solche überraschende Nachrichten muss jeder irgendwie verarbeiten. Ich kannte auch ebenfalls diese andere Person, ihr Freund. Nun ist es so, dass ihr Freund keine Ahnung von Essstörungen hat und den Erst der Lage nicht wahrnimmt. Er ärgert mich und zieht mich immer wieder mit meiner „gesunden“ Ernährungsweise auf, wenn ich mal wieder ein Tee statt eine heisse Schokolade bestelle. Mich bringt das jeweils nahe an einen Nervenzusammenbruch, zum einen kann und möchte ich nicht zum Freund meiner Bekannten gehen und ihn darauf hinweisen, da ich nicht weiss, was er alles weiss und er einfach nicht meine Bezugsperson ist, zum anderen bin ich von meiner Kollegin enttäuscht, da sie offensichtlich ihren Freund nicht darum gebeten hat, mich damit in Ruhe zulassen obwohl ich das ausdrücklich gewünscht habe. Habt ihr euch auch schon zu einem Gespräch durch gerungen und wurdet enttäuscht? Ich musste einfach mal wieder meine Seele ausschütten, tut mir leid, wenn das nicht hier her gehört. Liebe Grüsse Este
Liebe Este, schön, dass dich den Weg hier ins Forum geführt hat und du hier offen über deine Probleme schreiben willst. Ich muss vorab gleich sagen, dass ich noch nie jemanden von meiner Essstörung direkt erzählt habe. Meistens sage ich einfach nur, dass ich ein gestörtes Verhältnis zum essen habe. Vor allem dann, wenn jemand so genau schaut und ich mich dann beobachtet vorkomme weil jemand blöde Anspielungen macht. Schön, dass deine Bezugsperson so viel Verständnis hatte. Irgendwie ist es auch klar, dass sie dann mit jemanden darüber sprechen wollte. Das zeigt einfach auch, dass sie sich Gedanken um dich macht. Aber die Reaktion ihres Freundes finde ich nicht so toll. Er ist dafür da um sie zu unterstützen und nicht dich genau zu beobachten und altkluge Ratschläge zu geben. Das bewirkt nur das Gegenteil. Ich würde das auf jeden Fall mir ihr direkt klären, dass er sich zurückhalten soll. Dass es schon so schwer genug für dich ist und du diese Seitenhiebe einfach nicht brauchst. Vor allem, dass dir das nicht gut tut! Dafür hat sie sicher Verständnis. Enttäuscht wird man eigentlich immer, wenn man von sich auf andere Personen schließt. Jeder geht damit anders um und vielleicht meint er es nur gut und weiß gar nicht, wie es dir dabei geht. Bin mir sicher, dass man das in einem Gespräch klären kann. Alles Liebe, Marii
Hallo Este Ich glaube, wie auch Marii, das man viele Dinge im Gespräch klären kann, wenn man die Leute ernst und freundlich darauf anspricht. Menschen wie der Freund deiner Kollegin sind sicher überfordert mit der Situation (weiß nicht wie nahe ihr euch steht?) und ich habe die Erfahrung gemacht, dass - hust, Vorurteil, vor allem Männer - dann mit unpassenden Scherzen reagieren. Ich würde dir auch raten, dass du ihn freundlich darum bittest solche Witze in Zukunft zu unterlassen. Du kannst im sagen, dass es nichts gegen ihn als Person ist, aber dass es für dich ein großer Schritt war sich jemandem anzuvertrauen und das du hoffst, er kann sich in Zukunft zurückhalten. Ich wünsche dir alles gute, Jana.
Liebe Este, ich könnte mir vorstellen, dass für Außenstehende die Krankheit und die Dinge, die uns damit im Zusammenhang aufregen, gar nicht so bewusst sind. Ich meine nicht nur im Bezug auf den Freund Deiner Bezugspersonen, sondern auch auf sie. Ich habe noch nie schlechte Erfahrung damit gemacht, wenn ich mit voller Ernst zu jemandem gegangen bin und ihm gesagt habe, dass mich etwas stört. Und ich würde auch an Deiner Stelle direkt zu ihm gehen und es ihm persönlich sagen. So in etwa würde ich es formulieren: "Ich weiß, Du meinst es nicht böse. Aber ich habe mit dem Essen wirklich zu kämpfen. Ich würde Dich bitten in Zukunft auf die Kommentare zu meinem Essen zu verzichten." Der Freundin würde ich es nicht übel nehmen. Vielleicht hat sie es so nicht verstanden oder ihr Freund hatte es so nicht verstanden. So was kann mal passieren, gerade wenn sie nicht in der Krankheit drin stecken. Die Personen, die ich über meine ES erzählt habe, sind meine engsten Freunde. Da habe ich keine schlechte Erfahrungen gemacht. Ich hoffe, das klärt sich bei Dir schnell auf. Hast Du keine Freunde, mit der Du über die ES reden kannst? Bei Kollegen bin ich selbst immer sehr vorsichtig. Liebe Grüße Vela
Vielen lieben Dank euch dreien für die aufmunternden Worte, ich werde mein bestes geben. Auch wenn ich noch nicht weiss, wie ich es anstellen soll. Liebe Grüsse Este
Drücke dir die Daumen, dass alles so klappt wie du es dir vorstellst Este. Wünsche dir ein schönen Wochenende. Liebe Grüße, Marii