Habe ich eine Esstörung?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen" wurde erstellt von Alice, 7. März 2011.

  1. Gast

    Alice

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    Top Poster des Monats

    Hallo ihr Lieben.
    Ich frage mich seit einiger Zeit, ob ich eventuell essgestört bin. Deswegen habe ich mal nach so einem Forum wie eurem gesucht,
    um mich eventuell ein wenig zu informieren und euch einmal um Rat zu fragen.
    Alles hat irgendwie damit angefangen, dass ich 2010 abnehmen wollte. Ich machte mehr Sport, aß einmal ein bisschen weniger
    Süßigkeiten und keine Pizza. Am Anfang klappte dies auch ganz gut. Ich nahm ein bisschen ab, doch wirklich zufrieden war ich
    nicht mit meiner Figur. Ich aß also noch weniger, lernte Kalorientabellen unbewusst auswendig, machte mehr Sport.
    Nach einer Weile fing ich an, über längere Zeiträume hinweg nichts zu essen. Nur Wasser und Cola Light. Dann aß ich nach ein
    paar Tagen wieder etwas. (Das ganze geschah natürlich in einem längeren Zeitraum über.) Als ich einmal in der Stadt war, kam ich an der Apotheke vorbei und kaufte mir AFM. Falls ich mal zuviel essen würde ..
    Ich nahm ab. Aß weniger. Wollte nicht mehr wirklich essen, weil .. ich konnte aus einem Grund einfach nicht.
    Als meine beste Freundin geburtstag hatte, war es mir peinlich etwas zu essen. Ich hatte das Gefühl, alle würden mich anstarren. Deswegen fing ich an, mir Ausreden zu suchen. "Mir ist schlecht" und all sowas .. Ich wog dann 59kg. Ich bin 1,72 also noch keinesfalls untergewicht!
    Dann fing meine Fressphase an. Ich hungerte ein paar Tage, dann fraß ich .. Das ging eine ganze Zeit so.
    Irgendwie (ich fasse mich jetzt ein wenig kurz) kam ich dann wieder auf 70kg. So viel wiege ich auch im Moment.
    Aber mein Gewicht schwankt einfach immer. Und ich hasse mich wenn ich etwas gegessen habe, will kotzen gehen oder
    irgendwas unternehmen. Und dann gibt es wieder die Tage, an denen ich nichts esse. Weil ich es einfach nicht über
    mich bringe, weil ich einfach .. nicht noch weiter zunehmen möchte!

    Ich habe mich meiner Freundin anvertraut, und sie hat gesagt ich sei nicht essgestört, weil ich ja nicht
    untergewichtig sei. Darauf meinte ich, das man um essgestört zu sein ja nicht untergewichtig sein muss.
    "Wie? Willst du das denn sein?!" hat sie dann gesagt .. "Du brauchst dir keinen Kopf zu machen, alles
    ist in Ordnung. So lang du noch Normalgewicht hast, ist alles ok."
    Aber ist alles ok?
    Ich hoffe meine Frage gehört überhaupt in dieses Forum ..

    Liebe Grüße und evtl. schon einmal Danke, für Antworten!
    Alice.
     
  2. Spirit

    Smera

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    153
    Dabei seit 14. Mai 2006
    Hallo Alice,

    kurz vorweg: natürlich können und wollen wir hier niemandem irgendwelche Diagnosen erstellen.
    Was du hier bekommen kannst, sind unsere subjektiven, persönlichen Ansichten und Meinungen.

    Das was du hier geschildert hast ist ein sehr typischer Anfang einer Essstörung. Ich glaube bei mir war das damals recht ähnlich. Du scheinst ein gestörtes Verhältnis zum Essen (gehabt?) zu haben.
    Klar, oberflächlich betrachtet, sieht es nach einer üblichen Crash-Diät mit anschließender Zunahme aus.
    Wie sieht denn dein Essverhalte aktuell aus? Isst du regelmäßige Mahlzeiten und normale Mengen? Ergreifst du nach dem Essen irgendwelche Maßnahmen indem du z.B. kotzt, AFM nimmst oder exzessiv Sport treibst? Oder ist momentan
    lediglich der Gedanke bzw. der Wille da, so etwas zu tun?
    Oder ist es eher so, dass sich Fress- und Hungerphasen abwechseln? Pendelt dein Gewicht gerade stetig um die 70 kg herum oder steigt es weiter?

    Das ist natürlich Schwachsinn. In diesem Thread wird das Thema und unsere Einstellung dazu aufgegriffen.

    Die meisten Bulimiker sind normalgewichtig, oft sogar etwas mehr als das. Sie kotzen sich also mehrmals täglich die Seele aus dem Leib, aber es ist alles okay? - Ja sicher. Von BEDlern oder Menschen mit anderweitigen Essstörungen (EDNOS) brauchen wir gar nicht erst anfangen. Aber bevor ich mich jetzt hier aufrege, verweise ich bezüglich dieses Themas doch lieber auf den oben verlinkten Thread.

    Offensichtlich nicht. Sonst würdest du dir nicht diese Gedanken machen und das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt.

    Wie stehst du zu der ganzen Sache? Du scheinst dich ja schon sehr damit auseinanderzusetzen und bist auch darauf gekommen, dass du möglicherweise eine Essstörung hast, da du von den dem Teufelskreis aus Hungern und Fressen nicht so ohne Weiteres wieder los kommst.
    Mich würde interessieren wonach du genau gegooglet/gesucht hast, um zu uns zu gelangen. Also wie bist du an das Thema Essstörung und Internet herangekommen? Erst jetzt aktuell oder schon als du 2010 angefangen hast abzunehmen?
     
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  3. Gast

    Alice

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    Top Poster des Monats

    Danke erst mal für deine Rückmeldung ((:

    Klar, ich wollte auch einfach nur mal ein paar .. Meinungen von - ich nenne euch jetzt mal ganz blöd und direkt so - Essgestörten hören.

    Hm, ich denke ich habe immer noch ein gestörtes Verhältnis zum Essen. Ich weiß mittlerweile glaube ich gar nicht mehr, was normale Portionen sind, geschweige denn wann mein Körper mir zu sagen versucht, das ich SATT bin. Ich kenne dieses Sättigungsgefühl gar nicht mehr. Entweder ich esse massig, oder ich esse gar nichts. :/
    Wenn ich diese .. ich nenne sie jetzt Fressanfälle habe, dann nehme ich danach meistens Abführmittel oder treibe viel Sport. Aber manchmal eben auch nicht, und das sind dann die Tage wo ich zunehme. ._. Ich versuche auch ab und zu mich absichtlich zu übergeben, was mir aber nicht wirklich gelingt. (ich weiß, das ist wirklich peinlich)
    Aufjedenfall sind diese Fress- und Hungerphasen abwechselnd. Im Moment sind es immer zwischen 68 und 70kg. Ich WILL aber aufjedenfall wieder abnehmen und dünn sein. Ich hasse meinen Körper, so wie er im Moment ist ._.

    Den Thread werde ich mir gleich einmal durchlesen! Danke für den Link (:
    Ich finds irgendwie wirklichs schlimm, das viele denken das nur ganz dünne Leute mit einem BMI von 17 oder so was, essgestört sind! Außerdem gibt es ja viele verschiedene Sorten von Esstörungen. oO

    Wie ich zu der Sache stehe? Hmm .. Ich mache mir schon ein wenig "Sorgen", ob ich nun ein essgestörtes Verhalten entwickelt habe, oder nicht. Aber andererseits will ich wie gesagt auch nicht so bleiben wie ich im Moment bin. Ich will DÜNN sein, und schön. Ach, ich weiß nicht. :/

    Also ich kenne mich eigentlich .. relativ (!!) gut aus, mit dem Thema esstörung, da meine ex-beste-Freundin essgestört bzw. magersüchtig ist. Damals habe ich viel zu diesem Thema im Internet gelesen, wobei ich natürlich nicht weiß ob das alles stimmt was da im Netz gestanden hat. Das war 2010. Da hab ich auch einige dieser Pro Ana Seiten im Internet gefunden. Ich hab mir "Anas Brief" und wie diese ganzen Gebote heißen auch mal durch gelesen .. aber damit konnte ich nicht wirklich etwas anfangen.
    Und eben habe ich dann eben "Hilfeforum für Esstörungen" gegoogelt und bin dann nach ein bisschen durchklicken auf eures gestoßen!
     
  4. ehemaliges Mitglied

    weakling

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    Dabei seit 4. Januar 2011
    Ich kann dir eigentlich nur raten, zu einer Beratungsstelle oder auch zu einem Arzt zu gehen wenn du dir Sorgen über dein Essverhalten machst. Ich weiß, dass es sehr unangenehm sein kann, einem wildfremden Menschen all das zu erzählen, (aber du hast es uns ja auch erzählt :)) ich denke aber, dass es wichtig ist, so früh wie möglich etwas gegen eine ES zu unternehmen. Vielleicht ist es noch realtiv leicht, für dich eine gesunde Form zu finden, dein Gewicht ein wenig zu reduzieren, so, dass es nicht gleich wieder zu einem Jojo-Effekt kommt. Dabei kann eine professionelle Beratung sicherlich sehr hilfreich sein.
     
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  5. ehemaliges Mitglied

    Karmah

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    31 Jahre alt
    Dabei seit 30. September 2009
    Hallo, Alice.

    Ich will dir nicht zu nahe treten, aber peinlich ist es, dass du glaubst, es sei peinlich, sich nicht übergeben zu können. Ich bin seit meinem vierzehnten Lebensjahr bulimisch und ich wünschte, ich hätte meinen Rückwärtsgang damals nicht gefunden; dann wäre mir nämlich einige Scheiße erspart geblieben.
    Ich kann verstehen, dass es im ersten Moment verlockend erscheint, kleine "Ausrutscher" ungeschehen zu machen, indem man sich, eins, zwei, drei, den Finger in den Hals steckt, aber irgendwann wirst du dieses "Wissen" nicht mehr nur einsetzen, um Fehltritte auszumerzen, sondern einfach, weil du einen kranken Gefallen daran findest. Du wirst es tun, einfach, weil du es kannst. Und sobald du weißt, dass du es kannst, lässt dich das auch nicht mehr los. Du wirst denken, oh, wenn ich das jetzt esse, ist es auch egal, ich kann mich ja übergeben. Und dann wird die Kotzerei zu einem festen Bestandteil deines Alltags, so wie Zähne putzen und Socken anziehen.

    Ein Rat - trenn dich von den "Freundinnen", die dir erzählen, du hättest keine Probleme bezüglich deines Essverhaltens, weil du nicht untergewichtig bist. Niemand würde einem Krebspatienten sagen: "Du hast Krebs? Das sieht man dir aber gar nicht an, also kann es ja nicht so schlimm sein!" Es ist kompletter Bullshit, wie Smera schon sagte, und zeigt, wie oberflächlich und ungebildet diese Personen sind.

    Alles Gute, Karmah
     
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