Wie geht ihr mit dem schlechten Gewissen um?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen" wurde erstellt von Lila, 19. Juli 2012.

  1. Gast

    Lila

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    Top Poster des Monats

    Ich habe zum Beispiel gerade nur ein kleines Stück Brot gegessen und könnte sofort in Tränen ausbrechen ;( Wie geht ihr mit dem schlechten Gewissen nach dem essen um? Ich kämpfe gerade damit es nicht wieder zu erbrechen, wo es doch nur ganz wenig war....

    Mich würde einfach interessieren wie ihr euch beruhigt...
     
  2. ehemaliges Mitglied

    Quecksilber

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    0
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    39 Jahre alt
    Dabei seit 12. August 2011
    Hallo Lila,

    zeitweise klappt es bei mir ganz gut, wenn ich mich nach dem Essen ablenke - etwa indem ich im Internet surfe oder mich mit jemandem unterhalte. Ansonsten versuche ich mir zu sagen, dass man mehr Leistung erbringen kann, wenn man Energie zu sich genommen hat, und dass es deswegen gut und richtig war, etwas zu essen.


    Liebe Grüße
    Quecksilber
     
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  3. Syn
    ehemaliges Mitglied

    Syn

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    Dabei seit 29. März 2012
    Ich versuche auch, mich nach dem Essen wirklich abzulenken. Mir persönlich hilft Musik machen hier unheimlich viel. Nach dem Essen setze ich mich ans Klavier und dort konzentriere ich mich dann so, dass ich eigentlich fast gar nicht mehr an das Gegessene denke.
    Allerdings hab ich hier auch Tage, wo es besser klappt und manchmal hilft auch gar nichts.

    Ich finde Quecksilbers Theorie mit der Leistung aber sehr gut :)

    Liebe Grüße,
    Syn
     
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  4. ehemaliges Mitglied

    Lilith

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    Dabei seit 26. Juli 2011
    Mir helfen Pläne immer ganz gut, an die ich mich halten muss.
    Wenn ich mir vorher genau überlege, was ich essen sollte (mit Vernunft), ist es irgendwie einfacher zu ertragen.
    Ich hab immer meine Probleme einzuschätzen, was zu viel und was zu wenig wäre.
    Entweder orientiere ich mich an Anderen oder mache mir eben Pläne. Ohne Vorgaben empfinde ich alles als maßlos, was natürlich das schlechte Gewissen begünstigt.
     
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  5. Gast

    Kris

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    Top Poster des Monats

    Hallo :)

    Ich habe mir, und mache es noch, Regeln auferlegt. Das wird so in etwa das sein, was Lilith schon unter "Pläne" beschrieben hat. Z.B. denke ich in vernünftigen Momenten darüber nach, wie hoch wohl mein täglicher Umsatz sein muss, wieviel ich mich bewege, wie anstrengend die Woche ist. Und dann überlege ich wieviele Kalorien ein normaler Mensch da so zu sich nehmen würde (ich habe aber auch meinen Freund zu Hause als "Anschauungsobjekt", ich muss sagen das hilft mir sehr, so gesund wie der isst... das gibt es kaum noch!) und dann mache ich mir Regeln:
    3 mal am Tag essen, wieviele Kalorien pro Mahlzeit und mindestens einmal warm essen. Soetwas in der Art. Und der Leistungsaspekt spielt da wirklich eine entscheidende Rolle! Ich muss z.B. aufpassen mich nicht selber zu verarschen indem ich weniger esse weil ich mir zusammenreime mich doch weniger bewegt zu haben. Ich erlaube mir zu essen. Das ist ein unglaublich komplexer Vorgang, und funktioniert auch nur wenn du dir selber vertraust.
    Natürlich meldet sich regelmäßig hinterher das Gewissen, und da finde ich Syns Ansatz total klasse! Finde etwas, in das du dich total verlierst, das dich total beansprucht und dir Spass macht! Ich lese meistens... obschon ich sagen muss dass die Beschaffung der Bücher oft teuer ist und ich auch Probleme bekomme dass die Gedanken abschweifen wenn das Buch wider Erwarten schlecht ist.
    Früher bin ich mit meinem Hund spazieren gegangen. Letztlich kann man nur abstrakt erklären was helfen würde, was dir konkret hilft musst du leider selber herausfinden!
    Viel Glück dabei :)
     
  6. Gast

    Serenity

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    Top Poster des Monats

    Das schlechte Gewissen, nachdem man was gegessen hat, ist wirklich ein schreckliches Gefühl.
    Bei mir passiert es oft, dass ich nach dem Essen einfach unausstehlich werde und meine Stimmung für den Rest des Tages im Keller ist. Bis jetzt habe ich noch nichts gefunden, das mich wirklich ablenken könnte.
    Was ich öfters mache, ist einfach mein Sportpensum des Tages zu erhöhen. Das macht das Gefühl nicht wirklich erträglicher aber ich versuche mir einzureden, dass das logisch betrachtet das Sinnvollste ist, was ich für den Moment tun kann.
     
  7. 135calories

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    Top Poster des Monats

    Mir geht es einigermaßen wie Serenity. Ich fühle mich nach dem Essen als Versagerin und bin unzumutbar. Deswegen esse ich immer abends. Gegen das Gefühl kämpfe ich an, indem ich nur esse was gesund ist und mein Körper wirklich brauch. Oft lese ich dann immer wieder durch wie gut jenes Lebensmittel für meinen Körper ist und ich es brauche, um meinen nächsten Tag zu klappen. Manchmal gehe ich auch spazieren oder putze. Oder ich nehme das Esse ganz schnell zwischen Ende der Arbeit und dem Weg zum Sport ein. Dann kann ich nicht viel überlegen.
     
  8. Gast

    BlackSun

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    Top Poster des Monats

    Ich bin dazu übergeganen, dass ich massenhaft Kaffee trinke, wenn ich mir vornehme 'Das bleibt wirklich drinnen'.
    Kaffee auskotzen ist für mich ein No-Go, weil er für mich zu säurehaltig ist und mir dadurch die Speiseröhre verätzt.

    Da ich mir sehr viel verbiete, sind diese kleinen Ausnahmemmente für mich ein Genuss und eine Qual zugleich.

    Ich versuche also mein sclechtes Geissen mit Kaffee hinunterzuspülen.
    Das klappt meistens.

    Hört sich wahrscheinlich gerad etwas verquert an o.O
     
  9. ehemaliges Mitglied

    Persephone

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    Dabei seit 6. Februar 2015
    Essen und ein schlechtes Gewissen gehört für mich schon fast zusammen. Egal was ich esse, wie viel und wann, jedes Mal fühle ich mich danach schuldig und ärgere mich, dass ich so wenig Disziplin habe. Dabei weiß ich doch eigentlich ganz genau, dass Essen nichts Schlimmes ist, nichts weshalb man ein schlechtes Gewissen zu haben braucht. Essen ist lebensnotwendig, man sollte es genießen können... Und doch fühle ich mich danach immer wie eine fette Kuh und könnte weinen vor Unzufriedenheit mit mir selbst.

    Was mir ein wenig hilft, ist den Tag vom Essen her zu panen. Entweder ich lege mir schon morgens fest, was genau ich über den Tag verteilt zu mir nehmen darf oder ich bestimmte eine feste Kalorienzahl, an die ich mich zu halten habe. Alles in diesem Rahmen ist dann in Ordnung. Das darf ich essen, ohne mich schlecht fühlen zu müssen. Es klappt mal besser mal weniger gut. Warum muss es so kompliziert sein?
     
  10. ehemaliges Mitglied

    just.j

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    Dabei seit 3. November 2014
    Mir helfen auch eigentlich nur Pläne. Feste Uhrzeiten mit festen Lebensmitteln, mit denen ich mehr oder weniger leben kann bzw. eben muss. Umso komplizierter wird es nur, wenn diese Pläne dann durch einander gebracht werden etc., da komme ich meist gar nicht mit klar. Ein "spontanes Essen gehen" ist ja wohl der Horror schlecht hin ...
     
  11. ehemaliges Mitglied

    Mondmotte

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    Dabei seit 14. Juli 2015
    Oh ja! In ein Restaurant zu gehen ohne die Speisekarte zu kennen bzw. zu wissen das eines der Gerichte wenig genug Kalorien hat um in den heutigen Tagesplan zu passen ist echt richtig stressig! "Einfach mal Genießen" oder so funktioniert da bei mir gar nicht.
     
  12. Gast

    Artemis

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    Top Poster des Monats

    "Einfach mal genießen", davon komme ich mir auch Lichtjahre entfernt vor.
    Ein spontanes Ausgehen lässt sofort alle Alarmglocken anspringen. Ich versuche dann, mir wie ein Mantra zu sagen "keine Panik", ich muss ja nicht zwingend etwas essen oder wirklich nur eine Kleinigkeit, aber ich komme mir auch einfach richtig bescheuert vor, selbst bei einem kleinen Salat das Dressing genau zu hinterfragen. Und ein weiteres Problem ist ja auch, dass die meisten Getränke schon den Kaloriengehalt einer Mahlzeit haben (Cocktails, Fruchtsäfte, Alkoholika,...). Immer mit Wasser oder Cola Zero dazusitzen deprimiert unglaublich. Aber es ist halt ein Abwägen, will ich lieber das deprimierende Gefühl währenddessen oder das schlechte Gewissen hinterher, das mich dann womöglich zur Toilette zwingt?
    Das Gedankenkarussell abzustellen ist eine große Herausforderung und meistens kommt man dann doch wieder an den Punkt zurück, an dem man sich den Kopf zerbricht, ob ich das jetzt essen soll/kann/darf und ob es noch in meinem "Tageskonto" Platz hat.
    Ich denke, eine große Hilfe kann dabei das Feedback von Leuten sein, deren Meinung wir annehmen können.
    Mein Partner merkt es immer genau, wenn ich nach dem Essen nervös und unruhig bin, weil ich mit mir hadere, ob das jetzt auch wirklich ok war zu essen. Er bestärkt mich dann und versucht, mir klarzumachen, ja, es war vollkommen ok und normal, was ich gegessen habe, ohne dabei aber zu eindringlich zu werden.
     
  13. Gast

    BlackSun

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    Top Poster des Monats

    Das finde ich herzallerliebst <3
    Ich denke, wenn wir mehr von solchen lieben und verständnisvollen Männern um uns hätten, dann würde die Welt vielleicht etwas leichter sein.

    Ich gebe nun nicht global den Männern an jeder Essstörung Schuld, um Gottes Willen!

    Aber wenn man so einen Fels in der Brandung neben sich hat, dann wäre vieles viel leichter.
     
  14. Probezeit nicht bestanden

    Mina

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    420
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    Dabei seit 11. August 2015
    Das ist bei meinem Freund und mir ganz genauso, Artemis.
    Manchmal bin ich sogar der Meinung, dass er, bevor wir überhaupt anfangen zu essen, schon darüber nachdenkt, wie ich damit umgehen werde. Das Gefühl habe ich vor allen Dingen dann, wenn zum Beispiel beim Kochen sehr anhänglich wird, mich oft umarmt oder küsst und sagt, dass er es toll findet, dass wir zusammen kochen und essen.
    Manchmal wirkt es ein wenig so als wolle er mir im Vorfeld schon ein gutes Gefühl geben, damit dieses dann hoffentlich beim Essen noch an-/nachhält.

    Leider klappt das nur in den seltensten Fällen *sigh*
    Auch seine Versuche mir im Nachhinein wieder ein besseres Gefühl zu verschaffen sind oftmals Perlen vor die Säule.
    Wirklich gut helfen bei mir nur frische Luft, ein wenig Bewegung und beim Spaziergang meistens eine Zigarette um den Kopf wieder einigermaßen aus dem schlechten Gefühl heraus zu bekommen.
     
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