Tipps für die Bachelorarbeit

Dieses Thema im Forum "Fragen & Probleme" wurde erstellt von Cäcilia, 7. April 2015.

  1. Gast

    Cäcilia

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    Hallo ihr Lieben,

    ich heiße Cäcilia, bin 20 Jahre alt und habe eine wichtige Frage.
    Ich studiere Kommunikationswissenschaften im letzten Semester an der LMU in München. Ab Mitte April bis Mitte Juni werde ich nun meine Bachelorarbeit schreiben. Da ich die Auswirkungen der Medien auf unser Essverhalten sehr spannend finde und auch selbst schon immer auf meine Ernährung geachtet habe, wollte ich unbedingt über etwas in dieser Richtung schreiben. Meine Dozentin hat mir dann die Pro Ana- Bewegung vorgeschlagen und ich habe sofort zugesagt :)
    Wie ihr vielleicht wisst, muss man bei einer wissenschaftlichen Bachelorarbeit immer auch einen praktischen Teil durchführen, in diesem Fall muss ich Interviews führen.
    Da ich momentan noch gar nicht einschätzen kann, wie offen die meisten Pro Ana-Communities für so ein Interview sind und wie hoch die Bereitschaft dafür ist, wollte ich gerne wissen, wie ihr das Ganze einschätzt. Denkt ihr, wenn ich in öffentlichen Pro Ana-Foren einen Aufruf starte, dass ich eine Chance habe Leute zu rekrutieren? Und wenn ihr euch selbst einmal hineinversetzt, würdet ihr eher ein anonymes Interview, wie Chat oder Telefon bevorzugen, oder ein persönliches via Skype oder ein Treffen?
    Würde mich wirklich über jede Hilfe freuen, damit ich weiß, wie ich den Aufruf formulieren kann.
    Schonmal vielen Dank :)

    Cäcilia
     
  2. ehemaliges Mitglied

    Püppchen

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    38
    Dabei seit 23. Februar 2015
    Hallo Cäcilia,

    ich muss dich wahrscheinlich enttäuschen, denn ich bin mir ziemlich sicher das niemand dir irgendwelche Fragen beantwortet, und schon gar nicht bei einem Interview das auch noch in welcher Form auch immer aufgezeichnet wird. Solche Anfragen kriegen alle Foren regelmäßig und das ist irgendwie ziemlich anmaßend.
    Wir alle hier sind krank. Essgestört. Das heißt, dass es schon erfordern würde, dass du fundiertes Fachwissen hast, um entsprechend professionell vorzugehen und dass da am Ende nicht Gott weiß was bei rum kommt. Woher sollen wir wissen, wie am Ende die Interviews ausgewertet würden, was für Schlüsse du ziehst und so weiter? Ich persönlich würde so etwas nur bei jemandem tun, den ich schon lange persönlich kenne. Und dem ich deshalb einen Gefallen tun möchte.

    Eine wirklich wissenschaftliche Arbeitsweise wirst du jedenfalls nicht kriegen, weil die Interviews im höchsten Fall anonym über einen Chat oder sonstiges stattfinden würden und mal ehrlich - da kann einem ja jeder alles erzählen. Da ist kein Vergleich auf Korrektheit der Angaben möglich und soweit ich weiß, soll eine Bachelorarbeit nicht auf Vermutungen fundiert werden.

    Vielleicht beschäftigst du dich besser mit einem Thema, bei dem du weniger Feingefühl bräuchtest. Zumal es ja nun auch reichlich wenig mit deinem Studienfach zu tun hat und ich daher davon ausgehe, dass du überhaupt kein psychologisches Hintergrundwissen besitzt, um eine Krankheit (Essstörungen sind nun einmal welche) richtig wieder zu geben.

    Und das hier:

    soll ja wohl ein Witz sein. Sorry, aber spätestens da hätte bei mir eine Hilfsbereitschaft, sofern ich sie gehabt hätte, aufgehört. Wie soll ich da denn davon ausgehen, dass du auch nur im Kern begriffen hast, wovon du überhaupt schreiben willst?
    Lieben Gruß an die Dozentin, die sich selbst mal informieren sollte, welche Themenvorschläge sie so rumschmeißt.

    Gruß
    Püppchen
     
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  3. ehemaliges Mitglied

    Opheliac

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    36
    Dabei seit 1. November 2014
    Hallo Cäcilia,

    um es gleich auf den Puntk zu bringen, ich kann mich Püppchen in allen Punkten anschließen.
    Wenn du dich ein wenig im öffentlichen Bereich umgeschaut hättest, wärst du schnell auf ähnliche Anfragen gestoßen und unsere Reaktion darauf.
    Die wenigsten Essgestörten sind dazu bereit ihre intimsten Gedanken und Ängste, die sie nicht einmal mit engsten Freunden oder Therapeuten besprechen, für eine "unwichtige" Haus- oder Abschlussarbeit preis zu geben.

    Vermutlich wirst du auf etlichen Pro Ana Blogs Freiwillige für dein Interview finden, die dir in einem anonymen Chat irgendwelchen Schwachsinn erzählen werden. Junge Mädchen, die sich versuchen durch eine angebliche Essstörung interessanter zu machen.
    Ob diese Aussagen für deine Arbeit relevant sein werden wage ich zu bezweifeln.

    Wenn du dich schon diesem Thema widmen möchtest (und auch hier gebe ich Püppchen recht, es ist ein beschissenes Thema und deine Dozentin hat scheinbar auch keine Ahnung, dass Essstörungen ernstzunehmende Krankheiten sind) würde ich dir raten, dich an entsprechende Beratungsstellen zu wenden und vielleicht die Angstellten zu befragen.
    Wieso traust du dir eigentlich zu ein proffessionelles Interview mit psychisch Kranken zu führen?
    Würdest du auch Opfer von sexuellem Missbrauch befragen wollen?
    Vermutlich nicht, davor hättest du den nötigen Respekt.

    Trotzdem muss ich auch anmerken, dass deine Anfrage sehr nett und höflich formuliert ist.
    Es ist also nichts persönliches.
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Thesis und Alles Gute für die Zukunft.

    Viele Grüße,
    Opheliac
     
  4. Gast

    Cäcilia

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    Hallo Püppchen, Hallo Opheliac,

    es tut mir Leid, falls ich euch in irgendeiner Art und Weise zu Nahe getreten bin und mit meiner Frage verärgert habe. Das war auf keinen Fall meine Absicht!

    Zu meiner Verteidigung möchte ich allerdings sagen, dass ich bei den Interviews niemals auch nur Fragen stellen würde, die in Bezug auf die Essstörung wie Opheliac meinte, die intimsten Gedanken und Ängste der Befragten berühren würden.
    Um Gottes Willen, das wäre tatsächlich unangemessen und das traue ich mir auch einfach nicht zu.
    Es geht eher um "oberflächliche" Fragen, die Nutzung der Medien betreffend. Außerdem werden die Interviews auch wirklich vollständig anonym ausgewertet, ohne jegliche Angabe von Alter oder Name etc. Es handelt sich hierbei ja wirklich "nur" um ein Bachelorarbeit, deren Schwerpunkt auf der kommunikationswissenschaftlichen Sichtweise liegt, nicht auf der Psychologischen oder Medizinischen.

    Meine Aussage meine Ernährung betreffend, war wohl etwas unglücklich formuliert. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass unsere Medien ja auch schon auf Menschen ohne Essstörung eine Auswirkung haben. Aber das tut hier ja auch eigentlich überhaupt nichts zur Sache und deswegen tut es mir leid, falls ich damit jemanden gekränkt habe. Ich hoffe ihr seid nicht böse deswegen.

    Für den Tipp mit den entsprechenden Beratungsstellen bin ich sehr dankbar. Ich werde das auf jeden Fall mit meiner Dozentin mal absprechen.
    Falls euch noch etwas zu dem Thema einfällt, ich bin für jede Kritik, Anregung, Meinung, etc. offen :)

    Euch noch eine schöne Woche
    Liebe Grüße

    Cäcilia
     
  5. ehemaliges Mitglied

    Püppchen

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    1
    38
    Dabei seit 23. Februar 2015
    Hallo Cäcilia,

    sich eine psychische Krankheit als Theme zu nehmen, wenn man nicht gerade ein Studium hat, in dem auch psychologisches Grundwissen zum Inhalt gehört, finde ich immer schwierig. Das ganze wird somit immer oberflächlich bleiben oder würde für dich sehr viel Auseinandersetzung mit Fachliteratur im Bereich Psychologie bedeuten. Außerdem ist Pro Ana ja nur ein Resultat von Essstörungen generell.
    Wie wäre es denn, wenn du dir als Thema allgemein vornimmst, zu ergründen, in wie weit Medien das Bild, was wir von uns selbst haben beeinflussen? Dazu gehört ja nicht nur das Gewicht, auch der "Druck" der uns durch die Schönheitsindustrien auferlegt wird, immer gestylt und geschminkt zu sein - dass ungeschminkte Frauengesichter bestenfalls noch als "Die ist zu faul sich zu schminken" ausgelegt werden. Und dass obwohl selbst an den Models noch mit Photoshop nachgestylt wird. Also generell vielleicht auch Vergleiche zu ziehen, wie das früher in den Medien war. Sehr schön zu sehen, dass zum Beispiel in den 60ern (?) glaube ich im amerikanischen Bereich irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel angepriesen wurden, die den Frauen helfen sollten Kurven zu bekommen und 10 Kilo zuzunehmen, damit sie sexy sind. Der Wandel den die Medien auch durchlaufen haben und was diese ganze Werbung und "Dargestellte Normalität*" mit Frauen und jungen Mädchen anstellt.

    Das fände ich für eine Bachelorarbeit interessant und birgt nicht so viele Gefahren sich in Oberflächlichkeit zu verlieren. Denn so ziemlich alles, was du über Pro Ana im Internet findest oder über Taff und Co. ist einfach völlig verzerrt und falsch und würde dazu führen, dass du diese falschen Informationen aufgreifst und damit weiter arbeitest. Es gibt für dieses "Thema" einfach keine verlässlichen Quellen.
    Schließe mich da in dem, was Opheliac geschrieben hat, noch mal an.

    PS: Tut mir leid, dass ich vorher so bissig rüber kam, du bist ja im Tonfall und generell freundlich geblieben. Nur im ersten Moment stößt einem so etwas schon mal negativ auf.

    *weil ja nun nicht am Bild dran steht, dass da noch einmal 20 Kilo mit Photoshop runter geshoppt wurden, der Hals verlängert, die Haare und Wimpern verdichtet, das Licht ausgeleuchtet und noch mal am Makeup gefeilt wurde, bevor alles durch den Weichzeichner ging
     
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