Über "Ana-Blogs". Ein Ausrast-Post.

Dieses Thema im Forum "Diskussionen" wurde erstellt von Karmah, 24. Mai 2010.

  1. ehemaliges Mitglied

    Eowyn

    Expand Collapse

    194
    108
    Dabei seit 12. April 2010
    Das ist schade. Aber manchmal muß man auch einfach loslassen um zu helfen - auch wenn es schwerfällt :tröst:
     
    Collapse Signature Expand Signature
  2. Gast

    cranberry

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Ja, ich hoffe, dass es ihr jetzt besser geht..
     
  3. Gast

    Feebs

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Mit "an Anorexie erkranken Wollen" ist das oft so eine Sache... Tatsächlich gibt es unter jenen, die - vor die wie auch immer illusionäre Wahl gestellt - garantiert andere Ideen hätten als sich ihre Zeit mit essgestört-Sein zu vertreiben und sich nichts mehr wünschen als es eben nicht zu sein, auch die Eine oder Andere, die es sich anfangs irgendwie "gewünscht" hat.
    Wann der schleichende Übergang beginnt, kann man oftmals gar nicht mehr sagen. Oft ist die Verzeiflung über den eigenen Körper und die scheinbare Aussichtslosigkeit so groß, dass man sich wirklich denkt: Wäre ich bloß anorektisch.

    Und was ist mit dem tatsächlichen Alltag? So manche Anorektikerin beneidet sicher insgeheim die Bulimikerin darum, "ohne Reue essen" zu können - obwohl sie weiß, dass diese vermeintliche Kontrolle natürlich keine ist und die vielleicht sogar eintretende anfängliche Sorglosigkeit sehr schnell der schonungslosen Wahrheit Platz macht.
    Und so manche Binge-Eaterin wünscht sich hier und da nichts mehr als die restriktiven Fähigkeiten der Anorektikerin, um dem Fressen zu entkommen - selbst mit dem Wissen, dass sie vermutlich schnell merken würde, dass das Leid des nicht-Essens auch nicht weniger niederdrückend ist als das Eigene.
     
  4. Gast

    Gast

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Diese Mädchen haben vielleicht keinen BMI unter 18 aber ein Problem haben sie trotzdem. Ich nerve mich auch tagtäglich über diese Blogs aber lacht hier nicht zu laut über diese Mädchen. Sie werden hier auch mitlesen und wenn eine 14-Jährige sich von einem BMI von 24 auf einen von 18 oder 19 runterhungern will, dann hat sie ein Problem. Auch für sie dreht sich scheinbar abnormal viel ums Essen und zudem scheint sie sich noch extrem nach Aufmerksamkeit zu sehnen. Wenn sie dann also abnimmt und hier liest, dass ihre Krankheit solange nicht ernstgenommen wird bis sie einen BMI unter 17.5 hat (und das wird höchstwahrscheinlich die Art und Weise sein, wie sie diesen Artikel intrpretiert, weil die heutige Jugend scheinbar nur noch Zahlen und Stichworte aus den Texten aufnimmt), dann kann es auch für sie gefährlich werden.
    Ich finde diese ganzen Pro-Ana-Seiten äusserst traurig und meiner Meinung nach, haben alle, die sich in diesem Bereich aufhalten ein ernstes Problem; sei es nun ein Aufmerksamkeitsdefizit, das auch Ursache für eine ES sein kann oder eine 'echte' Essstörung.
     
  5. Gast

    Maiko

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Hallo

    Ich sehe diese Blogs ähnlich kritisch und albern! Nicht nur das die Gestaltung eine Katastrophe ist, sondern auch die Motivation dahinter. Ich habe bis jetzt einen Blog gelesen, wo tatsächlich eine Frau mit Anorexie geschrieben hat.

    Ich denke auch, dass es sich im ein Aufmerksamkeitsdefizit handelt und dass man einfach gern zu einer Gruppe gehören möchte, denn diese Mädchen haben nie die Diagnose "Anorexia nervosa" von einem Facharzt gestellt bekommen! Und das nervt!

    Ich hasse auch diesen Borderline Trend und die selbstgemachte Diagnose dahinter! Wie viele plötzlich Borderliner sein wollen und ernsthaft denken, dass es "reicht" sich einmal in der Woche oberflächlich die Haut anzuritzen! Das hinter einer Borderline Störung ganz andere Probleme und Symptome dahinterstecken, haben viele nicht verstanden!
    SVV und Borderline sind zwei völlig verschiedene Dinge!

    Natürlich haben diese Mädchen ein Problem, aber das ist in einer Jugendphase nicht ungewöhnlich. Manchmal fühle ich mich auch ein bisschen schlecht dabei von diesen Gören zu lesen, denn ich bin tatsächlich krank und kann mir keinen Urlaub von der ES nehmen...

    Liebe Grüße
    Maiko
     
  6. Gast

    Madame

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Ich hab so lachen müssen :D Der Text ist sowas von gut geschrieben, aber das traurige daran ist ja, dass du damit voll und ganz die Wahrheit triffst. Wenn ich einen solchen Blog entdecke (was nicht schwer ist bei dessen Fülle im Netz) dann komme ich auch nicht drum herum ihn zu lesen und mich darüber zu ärgern wie dumm manche Menschen sein können. Das ist einfach so lächerlich. Sie haben von nichts eine Ahnung aber posen damit groß in der Welt herum.
    Wie ich das hasse...
     
  7. Gast

    Orinda

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Dieser Text ist äusserst authentisch und trifft die ganze Thematik genau auf den Punkt.
    Auch ich bin auf dem ein oder anderen Blog gelandet, der die angesprochenen Dinge wiederspiegelt.
    Aus anfänglicher Neugierde wurde Unverständnis, bis hin zum Drang, mit meiner Stirn auf die Tastatur einzuschlagen.
    Da drängt sich ebenfalls unweigerlich die Frage auf, wie zum Teufel nochmal kommt man denn bitte auf sowas?
    Und wieviel Dummheit braucht es, um diesen ganzen "Ana" Schnickschnack auch noch ernsthaft "praktizieren" zu wollen?
    Diese Mädchen scheinen wirklich Probleme zu haben, die aber offensichtlich kaum von einer ernsthaften Essstörung herrühren.
     
  8. Gast

    Arya

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Karmah, mal ganz von der Thematik abgesehen, ich bewundere dich sehr für deinen satirischen Schreibstil!
     
  9. ehemaliges Mitglied

    Karmah

    Expand Collapse

    2
    0
    31 Jahre alt
    Dabei seit 30. September 2009
    Vielen, vielen Dank <3 Das bedeutet mir sehr viel.
     
  10. Gast

    Sasa

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Ich bin grade durch Zufall auf das Forum und diesen Beitrag gestoßen.
    Ja, verdammt gut getroffen. Ich musste so lachen! Vielen dank für diesen tollen Beitrag.

    => meine Psycho hat mal nach zwei Sätzen über die ES versucht, mir Bulimie zu diagnostizieren. Ich konnte sie noch nie ernst nehmen. Mal so als gegenteiliges Bild, man muss nur zur richtigen Thera gehen und kriegt seine "Wunschdiagnose" /sarcasm
    hihi.
     
  11. ehemaliges Mitglied

    Karmah

    Expand Collapse

    2
    0
    31 Jahre alt
    Dabei seit 30. September 2009
    Danke, Sasa. <3

    Ich habe mittlerweile von einigen gelesen - nicht hier, aber in anderen Foren mit ähnlichen Thematiken -, dass ihnen sehr schnell Diagnosen "aufgedrängt" wurden, weil dieses und jenes Symptom so halb passte und wenn man dann noch ein bisschen dran rumhämmert, stimmt das irgendwie schon alles. *ballaballa* Wenn ich diese Vorgehensweise mal auf mich übertrage, bin ich ein Elefant. Farbe stimmt (weil grauer Pulli), lautes Organ, Arsch in ungefähr derselben Größe - tröt. ;)
     
  12. Gast

    sasa

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Grins. Du bist herrlich.
    Ist ja auch einfacher, irgendwas aufzuschreiben und zu diagnostizieren, als sich ernsthaft mit mir ausnannder zu setzen.
    Hach ja. Manche psychos haben ihren Job gar nicht verdient.
     
  13. ehemaliges Mitglied

    Karmah

    Expand Collapse

    2
    0
    31 Jahre alt
    Dabei seit 30. September 2009
    Vielen Dank *herzig*
    Ich neige immer gerne dazu, mich selbst ein bisschen ins Lächerliche zu ziehen, weil mir das die Angst vor meinen eigenen Problemen etwas nimmt, aber oftmals leider auch dazu führt, dass ich sie nicht ernst genug nehme, weil ey, ist ja alles superwitzig und so. *ballaballa*

    Ich glaube, viele ergreifen den Job auch mit vollkommen falschen Vorstellungen und Voraussetzungen. Wenn ich mir ansehe, wie viele sich hier bewerben, die akut in ihrer ES stecken, aber gleichzeitig darauf hinarbeiten, Therapeutin zu werden, weil sie anderen Betroffenen helfen wollen ... ich weiß nicht. Ich meine, jedem, wie ihm beliebt, aber ich bezweifle, dass es unbedingt gut ist, sich in labilem Zustand den Problemen anderer in so einer Situation, die Stabilität erfordert, auszusetzen. Hier im Forum ist das 'ne andere Sache; hier kann ich immer sagen, du, ich kann damit jetzt nicht umgehen, ich versuch das später noch mal. Als Therapeut, der für's Zuhören und Ratschläge geben bezahlt wird, kann ich das nicht. Sicher ist persönliche Erfahrung vielleicht von Vorteil, wenn's um die Gefühlswelten anderer Betroffener geht, weil man es besser nachvollziehen kann, aber dann sollte man diesen Teil seines Lebens definitiv hinter sich gelassen haben, nicht noch selbst damit kämpfen.
     
  14. Gast

    Feebs

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Das ist, glaube ich, ein sehr großes Problem. Aus der eigenen Erfahrung heraus helfen zu wollen kann sehr verlockend und möglicherweise eben auch sehr aufbauend sein - gerade weil viele sich dadurch auch plötzlich "wert" fühlen, weil sie ja etwas sinnvolles mit ihrem Leben anfangen. Und etwas wert zu sein - bzw eben "nichts wert zu sein" treibt doch so viele von uns an...
    Dennoch denke ich, dass man ein sehr großes Maß an persönlicher Kraft braucht, um sich tatsächlich derart intensiv mit den Problemen anderer zu befassen, denn es gehört viel mehr dazu als lediglich Verständnis für die Sache.
    Meine Therapeutin hat mal gesagt, "ich kann gut auf mich aufpassen". Und damit hat sie, glaube ich, den Kern getroffen. Und es ist glaube ich nicht leicht, als Therapeut immer den schmalen Grat zu treffen zwischen Verständnis und Mitgefühl für den Patienten und auf-sich-achtgeben.


    Die Dinge ins Lächerliche zu ziehen ist eine mir durchaus bekannte Verhaltensweise - wir bewerten uns, bevor andere es tun können; kommen damit gleichsam einer gefürchteten eventuellen ABwertung zuvor.
    Benn there, seen that, got the T-Shirt.
    Es zu erkennen ist ab einem bestimmten Punkt noch relativ leicht - sich selbst zu analysieren und aktiv bessere Alternativen gegen die Angst zu finden steht auf einem ganz anderen Blatt.
    Naja ich hab immerhin schonmal das Buch gefunden - ich verleih es gerne wenn ich es durch hab. ;)
     
  15. Gast

    Sasa

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    -> Ja. Aber nur wenn man die Erfahrung gemacht hat, kann man wirklich behaupten: ja, ich kann das (teilweise) verstehen.
    Nichts geht über Menschen, die einem das weis machen wollen, aber nie in ihrem Leben mit den Gedanken zu kämpfen hatten wie du, du, du, du oder du *einmal wahllos auf Teilnehmer der Diskussion zeig*

    Und, schwierig ist bestimmt auch, nicht wieder zurückzufallen. Also - ich glaube ich könnte nicht "stark/standhaft" gesund bleiben, wenn mir mein Patient seine essgestörte Welt erklärt. Irgendwann triggert es einen dann doch zurück, schätze ich.
    Das ist wirklich eine Gradwanderung.
     
  16. CookieDough

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Weltklasse

    Ich bin nach wie vor am lachen hahahaha
    zu geiler Eintrag!
     
  17. Gast

    Minuu

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Hahaha...du hast den Nagel ins Schwarze getroffen!!! Ich kann dir in jedem Punkt nur beiflichten! Wenn man sich diese Blogs mal genau anschaut wird nur 2 Monate Tagebuch ums fressen geführt und am Ende doch nichts an Gewicht verloren, weil die Anagirlys alle drei Tage einem furchtbaren FA erliegen und es dann frustrierender Weise nicht mal mit den bessten Tipps schaffen zu kotzen. -.-

    Meine Schwester hat so etwas mal mit ihrer besten Freundin gemacht...das ganze ging paar Wochen. Die beiden haben 4Kilo abgenommen, furchtbar viel Aufmerksamkeit bekommen und dann war es auch wieder vorbei...Jetzt wiegt meine Schwester mehr als davor und isst ganz normal. Sie sagt sie kann einfach nicht mehr diät machen, sie kriegt es nicht hin. Aber hauptsache mal Ana gewesen. Man muss ja mal alles ausprobiert haben!
    einfach nur kindisch.
     
  18. Gast

    Chii

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Einfach genial

    erstmal ein "Hallo" an alle.
    Ich muss immernoch schmunzeln.
    Das Traurige ist das es meistens wirklich so ist, und es so schwer ist ein ernstzunehmendes Forum zu finden.
    ich war auch mal (eher öfters) auf einen Blog von einer 14 jährigen "ana" die grade mit ihren "Twins" ein Contest gemacht hat...nunja...der sah wie folgt aus : circa 7 Mädchen, 4 Ana und 4 Mia, waren fast alle nach einer Woche mindestens 2 kg schwerer! O.o
    Wie kann man als anorexisches Mädchen denn bitte so 3 kg zunehmen und es als Norm oder ähnliches ansehn. Naja und der BMI lag bei allen so bei 20...haben aber alle schon seit 2 jahren anorexia. Manche dieser Mädchen haben bestimmt eine gefährliche Einstellung zum Essen aber sind keinesfalls krank,sie wären es bloß alle soooo gern, weil das ja so toll ist und der einfachste Weg zum abnehmen.
    Ich hab mich ein wenig verhaspelt, `tschuldigung
    Es hat einfach noch nie jemand so auf den Punkt gebracht und das mit so viel elan ;)
     
  19. Gast

    Chii

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    sorry

    sorry, ich kann es ja nicht editieren. 4 ana und 3 mia
     
  20. Gast

    Thornblood

    Expand Collapse

    Top Poster des Monats

    Made.my.day. Ich hab mich selten so weggeschmissen :D Vor allem, da ich selber mal eine "Freundin" hatte, die so drauf war.
    Um ehrlich zu sein, Sorgen hab ich mir nie wirklich um sie gemacht, was das Essen angeht, weil sie eben genauso drauf war, wie du es dargestellt hast: BMI jenseits der 20, ständige "Neustarts", In-die -Tasche-lügen ("1x Treppe hochlaufen = 100 kcal, deswegen kann ich jetzt einen Schokoriegel mit 300 kcal essen."), und natürlich Thinspirations anglotzen, auch gern mal anstelle des "Trainingsprogrammes". o.O
    Ich hab versucht mit ihr zu sprechen, eben weil ich mich notgedrungen einigermaßen mit dem Thema Essstörungen auskenne (haha). Aber zurück kam nur, ich würde sie nicht verstehen, und Ana sei so cool und angesagt und wenn ich das nicht verstehen würde, hätte ich Pech gehabt.
    Naja. Nach 2 Wochen kam sie heulend an, entschuldigte sich und meinte, sie findet diese ganze Ana-Sache voll scheiße, weil sie ihren Schwarm nicht zum Eisessen oder ins Kino einladen konnte wegen des Essens (komisch, dass ich sie in meiner Gegenwart während ihrer Anstellung als Teilzeit-Ana regelmäßig hab Speiseeis und Popcorn essen sehen und sie meinte, Eis fördert den Energieverbrauch).
    ich denk mal, das war einer der Punkte, warum die Freundschaft den Bach hinunterging. Mir ist bei dieser Leier regelmäßig der Kamm geschwollen und gleichzeitig war mir klar, wenn ich auch nur versuchen würde, über meine Essstörung zu sprechen, würde sie es auf keinem Auge peilen.
    Das ist bei mir genauso. Ich weiß nicht, wie es bei dir aussieht, aber bei mir ist es teilweise (wenn es mir richtig beschissen geht) so heftig, dass ich nicht ernsthaft über meine Probleme sprechen kann. Entweder lasse ich, wenn mich jemand fragt, ironische Kommentare fallen oder ich schreibe Satiren, aber dann die übelst bissige Sorte.
    Wenn ich mich dann so halb über mich selbst und halb über die Situation (oder auch über andere, wenn mal wieder jemand das Hobby "Freunde verraten" pflegt) lustig mache, kann ich von meinem seelischen Müll Abstand nehmen und es belastet mich nicht mehr so. Aber ich sehe da auch die Gefahr, dass ich dann so in die Gewohnheit komme, dass ich alles herunterspiele und in mich reinfresse. Wenn es nicht schon passiert ist *grübel*
     
Die Seite wird geladen...