Über die ES sprechen/ schreiben - Unterschiede?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen" wurde erstellt von Skinnycat42, 2. März 2018.

  1. Skinnycat42

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    Ist es bei euch auch so, dass über eure ES zu reden euch mehr triggert, als darüber zu schreiben?

    Ich bewege mich schon länger durch die Internetwelt der Essstörungen und werde von Texten und Bildern kaum bis gar nicht getriggert.
    Auch herumwitzeln oder mit Muggeln (also Nicht-Essgestörten) darüber zu reden ist selten triggernd, da ich meistens sowieso nur auf Unverständnis und schräge Blicke stoße.

    Jetzt habe ich das erste Mal mit einer Freundin von mir, die auch eine ES hat, darüber geredet und danach war ich voll neben der Spur. Mir ist das Gespräch sehr nahe gegangen und ich war stark getriggert. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass mit ihr reden uns beide in unserer Problematik weiterbringt und würde das gerne aufrecht erhalten.

    Habt ihr vielleicht Tipps, wie ich vermeiden könnte, stark getriggert zu werden, wenn wir über die ES reden? (Also außer das Thema zu vermeiden :D )
     
  2. Member

    Nariam

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    31 Jahre alt
    Dabei seit 28. Januar 2011
    Meinst du solche Pro-Texte, die man auf vielen Seiten findet?
    Ich persönlich treibe mich auf solchen Seiten nicht rum und habe weder Interesse an solchen Texten, noch an sog. Thinspos. Triggert mich absolut nicht.
    Darf ich fragen woher dieser Ausdruck kommt? Ist mir nicht geläufig.
    Was macht das dann mit dir? Wie reagierst du dann?

    Es gibt wenige mir nahestehende Personen, mit denen ich über die ES spreche. Das tut mir dann einfach gut, mal meine Gedanken auszusprechen. Die beiden wichtigsten dieser Menschen haben oder hatten selbst eine ES, sodass sie mich da sehr gut verstehen. Solche Gespräche sind für mich persönlich Gold wert, weil sie meist dazu führen, dass ich motivierter bin mein Essverhalten in den Griff zu kriegen.

    Das was eine Verschlechterung meines Essverhaltens bzw. eine stärkere Fokussierung auf mein Gewicht auslöst ist weder das schreiben oder sprechen über das Thema, sondern mein allgemeines psychisches Wohlbefinden. Mit meinem Essverhalten reagiere ich auf Druck/Stress/Anspannung/negative Emotionen.

    Ich würd sagen, überleg dir was bzw. welche Themen dich solchen Gesprächen so triggert und konzentriert euch auf Themen, die unverfänglicher sind.
    Inwiefern bringt es euch weiter? Wenn euer Ziel ist, die ES loszuwerden, entwickelt gemeinsam Strategien wie ihr das Ganze angehen könnt.
    Ich weiß halt nicht, wie euer Gespräch da so verläuft.. So aus der Ferne würde ich sagen, sprecht eher allgemeiner darüber und geht nicht zu sehr ins Detail (was wird wann gegessen, gute/schlechte Lebensmittel etc).
     
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  3. skinnycat42

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    Nein, ich lese und schreibe recht viel auf myproana.com, das weniger pro ist, als sein Name vielleicht vermuten lässt :) Vielleicht triggert mich das auch weniger, da alles auf Englisch ist und ich nur mit mir selbst auf Englisch rede/ denke (ist ne Macke von mir). Das ist irgendwie ne andere Ebene

    Aus besagtem Forum, adaptiert von Harry Potter :D
    Ich finde, das ist ein freundlicher und kurzer Begriff für Nicht-ESler. 'Normale' oder 'Außenstehende' finde ich unpassend, da es ja durchaus Nicht-Normale Menschen ohne ES und auch z.B. Angehörige gibt, die nicht völlig außenstehend sind.

    Ich komme sehr schnell in das Gedankenkarussell hinein, das ich bekomme, bevor ich kotzen gehe. Es fällt mir dann schwer, da raus zu kommen und habe Angst, sie ebenfalls zu triggern. Ich bin sehr überrascht gewesen, da mich eigentlich soziale Interaktion mit anderen Menschen selten triggert, sondern eher meine eigene Inkompetenz (vor allem im Bezug auf meine BPS)

    Naja, ich habe das Gefühl, dass sie wirklich jemanden braucht, der sie ein wenig versteht und leider hat sie im Moment keine psychologische Betreuung (sie macht ein Auslandssemester, hier in Deutschland ist sie in Therapie und wird, wenn sie wieder da ist, auch weitermachen).
    Ich habe jetzt das erste Mal wirklich offen mit ihr geredet/ geskyped, da sind wir halt noch nicht wirklich ins Detail gegangen, aber es beschäftigt uns halt beide. Wir haben allerdings beide keine konkrete Vorstellung, wie (zur Hölle), wir recovery angehen sollen ich wahrscheinlich noch weniger als sie, da meine jetzige psychologische Unterstützung mehr oder weniger unhilfreich geworden ist.
    Ich selber habe gelernt, dass ich sehr gut Menschen zuhören kann und ziehe daraus auch Kraft. Auch daher hat es mich erschreckt, wie sehr mich das Gespräch getriggert hat. Ich hoffe, ihr helfen zu können, aber vielleicht auch selber ein paar neue Denkanstöße zu bekommen, die mir etwas tiefere Einsicht geben
     
  4. Member

    herzblut-

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    22 Jahre alt
    Dabei seit 30. April 2018
    Bei mir ist es ja so, dass ich mal gute Zeiten habe, in denen es mir leichter fällt, mit meiner Esstörung zurecht zu kommen, aber dann auch wieder schlechte Zeiten habe, in denen ich enorm viel Selbsthass und Zweifel in mir trage, wodurch ich dann wieder beginne zu hungern.. oftmals passiert dass genau dann, wenn mein Leben irgendwie aus den Fugen springt und irgendwas passiert dass mich belastet.
    Eine zeitlang hatte ich auch mal eine Freundin, die eine Essstörung hat (Magersucht); wir beide waren aber Con Grund auf unterschiedlich, wie wir mit diesem Thema umgingen; für mich war zum Beispiel belastend, dass sie so unglaublich dünn war.. ihr Anblick alleine reichte, um mich zu triggern; egal in was für einer Phase ich mich befand, es war immer negativ für mich, mit ihr Kontakt zu haben. Wir waren prinzipiell gute Freunde. Was auch hier, dass wir uns gemeinsam fertig machten, im selben Bad uns schminkten wie der andere duschte; alles triggerte mich.. heute haben wir keinen Kontakt mehr, nicht aus diesem Grund, sondern, sie hat sich aus meinem Freundeskreis zurückgezogen;
    Aber ich für meinen Teil muss, so weh mir das eigentlich tut, sagen, dass es gut für mich ist, nicht mehr mit ihr konfrontiert zu sein.. es erleichtert mir, die ‚positiven Phasen meiner Essstörung‘ etwas länger aufrecht zu erhalten ..
     
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  5. Newbie

    Philly

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    16 Jahre alt
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    Ich muss sagen, dass ich mit kaum jemandem im echten Leben über mein Essverhalten rede. Eine Freundin habe ich, der ich alles erzählen kann, aber mit ihr schreibe ich meistens nur über WhatsApp, denn im echten Leben reden wir kaum über solche Themen.
    Trotzdem kann ich sagen, dass es mich sehr triggert, wenn meine Freundinnen über Essen reden und darüber, dass sie abnehmen müssen, wenn dies offensichtlich nicht der Fall ist. Ich habe das Gefühl, dass unsere gesamte Gesellschaft gestört ist und wirklich jede Frau angeblich eine Diät machen will. Das nervt mich sehr, denn ich komme noch nicht wirklich damit klar, über so etwas zu reden.

    - Philly
     
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  6. Newbie

    Philly

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    16 Jahre alt
    Dabei seit 8. Mai 2018
    genau dieser Punkt belastet mich auch bei Freundinnen, die keine ES haben! Ich achte immer sehr darauf, wie andere Leute aussehen, obwohl es mir eigentlich egal ist, aber ich vergleiche mich dann direkt mit ihnen.
     
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  7. abgemeldet

    Jana Monday

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    23 Jahre alt
    Dabei seit 7. Oktober 2016
    Das geht mir auch so, vor allem wenn das Frauen sagen von denen ich das Gefühl haben, dass sie so schlank sind wie ich oder dünner, dann frage ich mich immer: Wenn du, dann ich doch erst recht.
     
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  8. Member

    herzblut-

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    22 Jahre alt
    Dabei seit 30. April 2018
    Ja, mein glaub ich größter Makel - ich vergleiche mich konstant mit anderen, obwohl ich weiß, dass das der größte Fehler überhaupt ist. Aber ich mache das unterbewusst.
     
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  9. Newbie

    Philly

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    16 Jahre alt
    Dabei seit 8. Mai 2018
    Ja, genauso geht es mir auch. Aber was ich noch meinte, ist, dass ich weiß, dass andere sich meistens nur für sich selbst interessieren und eigentlich sollte es mich auch nicht kümmern, aber ich schaue trotzdem darauf, wie andere aussehen. Aber bewerten tue ich sie dann nicht, also zumindest nicht bewusst.
     
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