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WG Leben erschwert Recovery
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<p>[QUOTE="mangogiraffe, post: 416975"]Hallo zusammen,</p><p><br /></p><p>Ich war vor ca. 3-4 Jahren von Anorexie betroffen, habe es aber nach einiger Zeit (ich schätze es hat schon etwa 1 Jahr gedauert mit Ups and Downs...) überwunden. In den letzten Jahren dann - abgesehen von ein paar Schwankungen, bei denen das Gewicht aber zumindest nie in den untergewichtigen Bereich ging - habe ich das Essen, meine Kognitionen mit Gewicht und Körper, meine Selbsteinschätzungen, etc. recht gut im Griff gehabt. </p><p><br /></p><p>Nun wohne ich seit Oktober 2016 in einer neuen Stadt, bin in eine 2er WG eingezogen und verstehe mich total super mit meiner Mitbewohnerin. Wir studieren zusammen, haben die gleichen Freundeskreise in der Uni, unternehmen auch viel zu zweit (ja kochen/essen zusammen...), typisches WG Leben eben. </p><p>Ich bin super happy mit der Wohnsituation - eigentlich. Wenn es nicht so wäre, dass meine Mitbewohnerin (nach eigenen Aussagen schon ihr ganzes Leben lang) sehr sehr dünn ist und sehr sehr wenig isst. </p><p>Wenn nicht gerade gemeinschaftlich gekocht wird, bestehen ihre Mahlzeiten in der Wohnung aus entweder ein zwei Löffel Quark mit einem Obst oder 2 Knäckebroten mit Frischkäse. </p><p>Sie sagt selbst, dass sie sich schon oft mit dem Vorwurf der Magersucht konfrontiert sah, dies aber ungerechtfertigt bzw. distanzlos finde (Zitat "man sagt ja auch nicht zu Menschen, die zu dick sind, warum bist du so dick?"). Auch wenn ich mit ihr z.B. durch die Uni laufe, bemerke ich die Blicke der anderen. Ärzte hätten sie aber bisher nicht darauf angesprochen.</p><p>Ich finde, ich sollte das so akzeptieren und möchte es auch gerne. Aber in manchen Zeiten, wo sich bei mir solche alten dysfunktionalen Gedanken wieder aufdrängen, merke ich selbst, wie ich das Essverhalten meiner Mitbewohnerin sehr kritisch beurteile bzw. es mich fast traurig und wütend macht, dass sie ihren Körper so unterernährt. </p><p>Leider fällt es mir unglaublich schwer, beim gemeinsamen Essen mehr als sie zu essen, was mich regelmäßig zu heimlichem Essen bzw. Essen außerhalb mit anderen Freunden verleitet, um das restriktive Essen auszugleichen.</p><p>Insgesamt ist das oft mit sehr unangenehmen Gedanken meinerseits verbunden, es kommen schnell diese dysfunktionalen Überzeugungen wieder. </p><p>Zu schnell, denn in den letzten Monaten habe ich angefangen, die Situation wieder umzuinterpretieren und mich mehr und mehr dem Essensstil meiner Mitbewohnerin anzupassen. Ergo - 3 Kilo wieder runter - laut BMI wieder Untergewicht... Nicht tragisch, aber ich merke es an meinem Körper selbst und bekomme es auch wieder häufig mitgeteilt (außer von meiner Mitbewohnerin). </p><p>Also versuche ich da jetzt erneut rauszukommen und das Gewicht wieder zuzulegen...</p><p><br /></p><p>Nun soviel zu meiner Situation - sorry für so viel Text. </p><p><b>Meine Frage an euch:</b></p><p>Habt ihr Tipps, wie ich damit besser umgehen kann, dass der Essensstil meiner Mitbewohnerin und der meinerseits <b>unterschiedlich sind und sein müssen (ich möchte sie ja nicht verändern)</b>? Wie kann ich es vielleicht neubewerten, wie kann ich damit besser umgehen? </p><p>Immer außerhalb bzw. heimlich die fehlende Nahrungsmenge draufzulegen ist nicht immer möglich und für mich anstrengend, unangenehm, ich fühle mich blöd dabei.</p><p>Ausziehen kommt für die nächsten 2 Jahre erstmal nicht infrage...</p><p>Meine Mitbewohnerin weiß von meiner ehemaligen Anorexie und dass ich da aufpassen muss, drängt mich aber auch nicht zum Essen (wie soll sie auch, wenn ihr eigenes Nahrungspensum unter dem "normalen" liegt).</p><p><br /></p><p>Vielleicht ist die/der eine von Euch in einer ähnlichen Situation oder ihr habt den Tipp parat, ich freue mich auf alle Anregungen! <img src="styles/default/xenforo/smilies/volldiesuessensmilies/wop.biggrin.gif" class="mceSmilie" alt=":)" unselectable="on" /> </p><p><br /></p><p>Vielen Dank im Voraus und allen eine gute Zeit.[/QUOTE]</p><p><br /></p>
[QUOTE="mangogiraffe, post: 416975"]Hallo zusammen, Ich war vor ca. 3-4 Jahren von Anorexie betroffen, habe es aber nach einiger Zeit (ich schätze es hat schon etwa 1 Jahr gedauert mit Ups and Downs...) überwunden. In den letzten Jahren dann - abgesehen von ein paar Schwankungen, bei denen das Gewicht aber zumindest nie in den untergewichtigen Bereich ging - habe ich das Essen, meine Kognitionen mit Gewicht und Körper, meine Selbsteinschätzungen, etc. recht gut im Griff gehabt. Nun wohne ich seit Oktober 2016 in einer neuen Stadt, bin in eine 2er WG eingezogen und verstehe mich total super mit meiner Mitbewohnerin. Wir studieren zusammen, haben die gleichen Freundeskreise in der Uni, unternehmen auch viel zu zweit (ja kochen/essen zusammen...), typisches WG Leben eben. Ich bin super happy mit der Wohnsituation - eigentlich. Wenn es nicht so wäre, dass meine Mitbewohnerin (nach eigenen Aussagen schon ihr ganzes Leben lang) sehr sehr dünn ist und sehr sehr wenig isst. Wenn nicht gerade gemeinschaftlich gekocht wird, bestehen ihre Mahlzeiten in der Wohnung aus entweder ein zwei Löffel Quark mit einem Obst oder 2 Knäckebroten mit Frischkäse. Sie sagt selbst, dass sie sich schon oft mit dem Vorwurf der Magersucht konfrontiert sah, dies aber ungerechtfertigt bzw. distanzlos finde (Zitat "man sagt ja auch nicht zu Menschen, die zu dick sind, warum bist du so dick?"). Auch wenn ich mit ihr z.B. durch die Uni laufe, bemerke ich die Blicke der anderen. Ärzte hätten sie aber bisher nicht darauf angesprochen. Ich finde, ich sollte das so akzeptieren und möchte es auch gerne. Aber in manchen Zeiten, wo sich bei mir solche alten dysfunktionalen Gedanken wieder aufdrängen, merke ich selbst, wie ich das Essverhalten meiner Mitbewohnerin sehr kritisch beurteile bzw. es mich fast traurig und wütend macht, dass sie ihren Körper so unterernährt. Leider fällt es mir unglaublich schwer, beim gemeinsamen Essen mehr als sie zu essen, was mich regelmäßig zu heimlichem Essen bzw. Essen außerhalb mit anderen Freunden verleitet, um das restriktive Essen auszugleichen. Insgesamt ist das oft mit sehr unangenehmen Gedanken meinerseits verbunden, es kommen schnell diese dysfunktionalen Überzeugungen wieder. Zu schnell, denn in den letzten Monaten habe ich angefangen, die Situation wieder umzuinterpretieren und mich mehr und mehr dem Essensstil meiner Mitbewohnerin anzupassen. Ergo - 3 Kilo wieder runter - laut BMI wieder Untergewicht... Nicht tragisch, aber ich merke es an meinem Körper selbst und bekomme es auch wieder häufig mitgeteilt (außer von meiner Mitbewohnerin). Also versuche ich da jetzt erneut rauszukommen und das Gewicht wieder zuzulegen... Nun soviel zu meiner Situation - sorry für so viel Text. [B]Meine Frage an euch:[/B] Habt ihr Tipps, wie ich damit besser umgehen kann, dass der Essensstil meiner Mitbewohnerin und der meinerseits [B]unterschiedlich sind und sein müssen (ich möchte sie ja nicht verändern)[/B]? Wie kann ich es vielleicht neubewerten, wie kann ich damit besser umgehen? Immer außerhalb bzw. heimlich die fehlende Nahrungsmenge draufzulegen ist nicht immer möglich und für mich anstrengend, unangenehm, ich fühle mich blöd dabei. Ausziehen kommt für die nächsten 2 Jahre erstmal nicht infrage... Meine Mitbewohnerin weiß von meiner ehemaligen Anorexie und dass ich da aufpassen muss, drängt mich aber auch nicht zum Essen (wie soll sie auch, wenn ihr eigenes Nahrungspensum unter dem "normalen" liegt). Vielleicht ist die/der eine von Euch in einer ähnlichen Situation oder ihr habt den Tipp parat, ich freue mich auf alle Anregungen! :-) Vielen Dank im Voraus und allen eine gute Zeit.[/QUOTE]
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